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Was tut sich in Tsibogang?

Apr 5, 2019 in Amogelang, Tshepanang

Was tut sich in Tsibogang?

Seit Januar tun wir uns schwer weiterzumachen: Es ist sehr schwierig, eine NGO mit über 120 Mitgliedern zu führen, die von ihren Aufwandsentschädigungen abhängig sind – und das in einer Zeit, in der der Benzinpreis von Monat zu Monat steigt, der Strom und die Lebensmittel immer mehr kosten. Unser Finanzteam hatte zusammen mit dem Koordinator schlaflose Nächte. Im März bekamen wir die schlechte Nachricht, dass Soul City, eine Partner-NGO, die viele unserer Initiativen unterstützte und durch die wir sogar Selbtshilfegruppen in weit entfernten Dörfern ausbauen konnten, dass der Globale Fonds seine Unterstützung zurückzieht. Das hat selbst für uns viele Konsequenzen. Trotzdem ist die Arbeit des Jahres gut angelaufen. In unseren beiden Kindergärten haben wir 80 Kinder, viele Kleinkinder, die unser Können herausfordern. Laut Maria Montessori ist der beste Tag der Tag, an dem Kinder alleine arbeiten und sie nicht einmal auf ihre Erzieherinnen aufmerksam werden, so als wären sie nicht da. Ich sah einen Jungen, der mit den gelben Zylindern arbeitete. Er war so fasziniert, dass er sieben Mal mit ihnen einen Turm baute. Die Geräuschkulisse und die Ablenkung der anderen um ihn herum hinderten ihn nicht daran, weiterzumachen. Bis zum Freitag waren alle damit beschäftigt, den neuen Kindern zu helfen, sich einzuleben. Am 15.3. begannen die Ferien nach dem ersten Quartal an den öffentlichen Schulen einschließlich unserer Kindergärten (und Hausaufgabenprogramme) . Im Januar nach den großen Sommerferien konnten wir vier neue Hausaufgaben-Zentren eröffnen. Rund 300 Kinder der 2. Klasse bis zur 7. Klasse besuchen dieses Programm regelmäßig von Montag bis Donnerstag. Mitte Februar und in der zweiten Märzwoche schrieben alle Kinder der 2.-7. Klasse einen Mathe-Test und einen HIV-Test. Wir haben diese Tests eingeführt, um herauszufinden, wo die Kinder Hilfe brauchen und wo Interventionen erforderlich sind. Es war ziemlich schockierend, die Ergebnisse zu sehen. Von der 1. bis 5. Klasse liegen die größten Probleme bei den grundlegenden Lese- und Schreibkennntnissen und im Rechnen, so dass sie die Fragen, die in den Tests gestellt werden, nicht lesen und verstehen können. Gegen Ende des Schuljahres wird ein weiterer Test geschrieben, um zu sehen, ob es Verbesserungen gibt. Das Peer-Education-Programm hat im Januar mit 48 Peer Educators, die an 27 verschiedenen Schulen unterrichten, angefangen. Obwohl ihre Aufwandsentschädigung aufgrund unserer Finanzen reduziert wurde, unterrichten sie mehr als 5000 Kinder. Wir sind dankbar für alle Spenden, die ihr/Sie für unser Projekt zur Verfügung gestellt haben und danken euch/Uhnen im Namen unserer Mitglieder sowie der Kinder und Patienten, die wir betreuen. Möge Gott euch /Sie segnen! Christel...

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Wir suchten Frieden…

Feb 14, 2019 in Tlamelang

Wir suchten Frieden…

… und fanden ihn! So lässt sich vielleicht die Erfahrung der 22 Teilnehmer der Jahresanfangsretreat der Tlamelang Gruppe, die von 03. bis 06. Januar 2019 stattfand, zusammenfassen. Dabei fing alles erstmal recht unfriedlich an. Denn am Neujahrsabend bekamen wir einen Telefonanruf, in dem uns mitgeteilt wurde, dass wir nicht wie geplant in das Haphororo Retreat Center kommen können, da der dortige Transformator ausgebrannt war und es so weder Wasser noch Strom geben würde. So machten wir uns mit Hilfe des Internets auf die Suche nach einem alternativen Heim – mit wenig Hoffnung, in so kurzer Zeit etwas Geeignetes zu finden. Aber mit Gottes Hilfe fand Christel H. das Magalies Retreat Center und es stellte sich heraus, dass es dort noch Platz für uns gab und dass ihre Gebühren für uns bezahlbar waren. So erreichten wir am 03.01. um die Mittagszeit das von den eindrucksvollen Magaliesbergen umgebene weitläufige Retreatcenter. Die Retreat stand unter dem Thema der Jahreslosung „Suchet den Frieden und jaget ihm nach“ (Psalm 34,15). Auf unserer Suche nach Frieden half uns die Meditation zu 1. Petrus 2, 4-10 und die Lectio Divina zu Philipper 4, 5-8, an die sich jeweils ein intensiver persönlicher Austausch in Gruppen anschloss. Ein besonders intensives Erlebnis war für viele die Wanderung, die uns auf die Kuppe eines nahegelegenen Berges führte und zu einer Erfahrung inneren Friedens wurde. Einheiten über Gender Based Violence und Stigma und Diskriminierung halfen uns, uns den Themen, die den Frieden in unserer Gesellschaft zerstören, zu stellen. Team Building Exercises und ein sehr lebendiger Abschlussgottesdienst am Sonntag stärkten auch den Frieden unter uns Mitgliedern, sodass wir wirklich im Frieden unsere Rückreise nach Hause antreten konnten. Wenige Tage später erreichte uns die Nachricht vom Tod von Ilse-Marie Hiestermann. Während Christel mit Benedict und Linda Hermann zu ihrer Beerdigung in Hermannsburg nach Deutschland flogen, hielten wir hier in unserem Tsibogang Centre in Mahikeng am Tag ihrer Beerdigung eine Gedenkfeier ab. Dazu waren etwa 30 Menschen gekommen, die sich an ihre Mitarbeit in der hiesigen Lutherischen Kirche und in Tsibogang Christian Action Group erinnerten. Durch die Reden von zwei ihrer ehemaligen Kollegen, einer Vertreterin der Meditationsgruppe, von Wolfgang Hermann und Undine Rauter sowie durch die Predigt von Pastor Jack Mogale trat uns ihr Leben hier in Südafrika noch einmal vor Augen. Ilse Marie hat von 1984 bis 2012 in Südafrika gelebt und dieser Zeit vier Kindergärten gegründet und geleitet. Im Jahr 2007 gründete sie mit drei Mitarbeitern den ersten Kindergarten von Tsibogang Christian Action Group, das Godisang Early Learning Center. Das war für unsere Organisation ein wichtiger Meilenstein in der Entwicklung unseres nunmehr größten Projekts, das den Waisenkindern und vernachlässigten Kindern gewidmet ist. Wir sind sehr dankbar für die Zeit, die Ilse-Marie mit uns hier in Südafrika gelebt und gearbeitet hat! Am 19.01. 2019 fand ein Workshop für alle Mitarbeiter in den After School Programs von Tsibogang Christian Action Group statt. Durch die großzügige Spende der Heidelberger Firma HMS ist es möglich geworden, in diesem Jahr nicht nur die etablierten After School Projekte weiterzuführen, sondern auch fünf neue bisher informelle Projekte weiterzuentwickeln. Diese neuen informellen After School Programs hatten im letzten Jahr ohne jegliche Bezahlung von Aufwandsentschädigung für die Mitarbeiter auf rein freiwilliger Basis unter sehr einfachen Bedingungen begonnen. In einem Fall fand das Programm im Freien unter einem großen Baum statt. Inzwischen...

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30 Jahre Welt-AIDS-Tag

Dez 19, 2018 in Tshepanang

30 Jahre Welt-AIDS-Tag

Jetzt ist die Zeit in Südafrika, wo sich die Kerzen biegen und man jeden Tag sehnsüchtig nach Regenwolken Ausschau hält. Schon wieder ist ein Jahr vergangen mit vielen Eindrücken und viel Arbeit und in Tsibogang mit großen Einschnitten. Am 1. Dezember haben wir die 30 Jahre Welt-AIDS -Tag gewürdigt und sind als Organisation zusammengekommen. Diesmal waren sehr viele Kinder dabei. Wir haben in diesem Jahr etliche Kindergruppen im Zuge unserer neuen Partnerschaft mit “Soul City” gegründet. Es wurde viel gesungen, es gab gum boots dance (das ist eine Tradition, die aus den Goldminen kommt – Männer tanzen mit Gummistiefeln!!!), ein Drama wurde aufgeführt von der Kinder-Selbsthilfegruppe. Bewegend waren die persönlichen Geschichten von einzelnen, die erzählten, wie sie ihren HIV Status annehmen konnten, sich dadurch ihre Gesundheit sich verbessert hat und ihre Lebensqualität gestiegen ist. Ein Höhepunkt des Tages war eine Darstellung, wie Tsibogang im Licht des nationalen Gesundheitsplans darsteht. Wolfgang Hermann zeigte an einigen Zielen dieses strategischen Plans auf, dass unsere Arbeit in Tshepanang (das ist das Projekt der jugendlichen Arbeitslosen, die in den Schulen unterrichten) damit gut übereinstimmt. Ein Ziel des nationalen Gesundheitsplans ist es, die Neuinfektionen in Südafrika deutlich zu reduzieren, und zwar durch Informationskampagnen an Schulen. In 2018 haben unsere 52 Peer Educators an 29 Schulen 5946 Schüler und Schülerinnen erreicht. „Was hat eine Mathetest mit HIV-Prävention zu tun?“ Das fragte Dr. Wolfgang Hermann in seinem Vortrag die Tsibogangmitglieder. Schnell und prompt kam die Antwort von einem Jugendlichen: „Wenn man gut in Mathe ist, hat man Selbstbewusstsein und braucht sich nicht unter Druck setzen zu lassen von Gleichaltrigen.“ In unserer Hausaufgaben-Hilfe wurden sowohl ein Mathematik-Test als auch ein HIV Test geschrieben. 121 Kinder, die 10 Jahre und älter sind, haben den Test geschrieben. Der Durchschnitt war 64 %, das beste Ergebnis in den letzten drei Jahren. Beim Mathetest verbesserten sich die 226 Kinder um 69,9 %. Das ist ein guter Ansporn für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Wir gehen auf das neue Jahr mit Hoffnung und ein wenig Bangen zu. Werden wir alle Programme weiterführen können? Wird genug Geld da sein, nachdem US-AIDS  bzw. die Südafrikanische Bischofskonferenz ausgestiegen ist? Wir haben uns gefreut über Spendenzusagen von etlichen Freunden und Freundinnen, Gemeinden und unseren Familienangehörigen für das kommende Jahr. Wir sind dankbar für alle Spenden, die wir bekommen haben. Die Menschen, den wir dienen, wissen, dass darin auch Gottes Güte und Großzügigkeit zum Ausdruck kommen. Die Losung von 2018 „Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers“ und die Losung von 2019 „Suche Frieden und jage ihm nach!“ spannen einen schönen Bogen für die kommende Zeit. Wir wünschen allen Leserinnen und Lesern eine gesegnete Advents-und Weihnachtszeit und Gottes Segen für das Neue Jahr. Christel & Wolfgang...

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Workshop der Peer Educators

Nov 9, 2018 in Tshepanang

Workshop der Peer Educators

Von 03. bis 07. Oktober 2018 versammelten sich 46 Peer Educators unserer Aktionsgruppe Tshepanang in der schönen Guest Farm Kaya Inkalamo, die zwischen Mahikeng und Zeerust gelegen ist, zu ihrem alljährlichen Workshop. Die angeregten Gespräche, Vorträge und Unterrichtseinheiten kreisten um drei große Themen: Das war zunächst die geistliche Frage, warum Gott unser Gebet um neue Geldgeber für das Tshepanang Projekt bisher nicht beantwortet hat. Der Hauptgeldgeber für dieses Projekt war in den vergangenen zehn Jahren die Else Kroener Fresenius Stiftung, die uns mitgeteilt hat, dass sie uns im nächsten Jahr nicht weiter unterstützen kann. Die Antwort, die die Peer Educators in vielen Gesprächen, Bibelarbeiten und einem Gottesdienst auf diese Frage fanden, lässt sich vielleicht so zusammenfassen: Gott will uns prüfen und sehen, ob wir auch für deutlich weniger Geld unserem Auftrag treu bleiben, die Kinder und Jugendliche über das, was wertvoll ist im Leben und über Wege der HIV Prävention zu unterrichten. Er will sehen, ob das, was wir „predigen“ und was wir tun, übereinstimmt. Den Peer Educators wurde bewusst, dass sie sich darauf einstellen müssen, im nächsten Jahr nur noch für das Unterrichten an einer Schule eine Aufwandsentschädigung zu erhalten, wodurch ihr Einkommen um 700 Rand- etwa 44 Euro- (was ein Drittel des Gesamteinkommens ist) zurückgeht. Dennoch haben sich etliche bereit erklärt, unentgeltlich an einer zweiten Schule zu unterrichten. Das zweite große Thema war eine Auswertung der KAB (Knowledge- Attitudes and Behavior)-Studie, die wir im August in den Schulen, wo unsere Peer Eduators unterrichtet haben, durchgeführt haben. Die Tests über die Wissensfragen zu HIV haben insgesamt 4387 Schüler der Klassenstufen 6-10 in allen 29 Schulen geschrieben. Das Durchschnittsergebnis aller Schulen lag bei 78%, was eine Verbesserung um 11% gegenüber dem Vorjahr bedeutet. Der anonyme Fragebogen zu den Einstellungen zu HIV und zum Sexualverhalten wurde von 2118 Schülern aus 15 Schulen ausgefüllt. In den anderen Schulen hatten die Schulleitungen die Studie wegen der Brisanz der Fragen nicht gestattet. Das für uns erstaunlichste Ergebnis der Studie war, dass obwohl nur 15% der Schuler angaben, jemals sexuell aktiv gewesen zu sein, 48% Kondome als ihre bevorzugte Präventionsmethode für HIV Infektionen angaben. 39% gaben Abstinenz an und 13% „Be Faithful“. Bei der Altersgruppe 10-13 Jahre optierten 52% für Abstinenz, 10.4% für „Be Faithful“ und 37.6% für Kondome. Dieses Ergebnis zeigt, dass Abstinenz unter den Jugendlichen in Südafrika nicht populär ist. Selbst wenn sie abstinent sind, schämen sie sich, das zuzugeben. Dieser Trend ist bei Jungen, bei denen insgesamt nur 28.8 % Abstinenz als bevorzugte Präventionsmethode angaben, ausgeprägter als bei Mädchen, von denen 49 % für Abstinenz optierten. Wir haben auf dieses Ergebnis reagiert, in dem wir bei diesem Workshop unsere Präventionslektionen revidiert haben. Es bleibt eine Herausforderung, Abstinenz unter den Jugendlichen populärer zu machen. Neben der Revision der Lektionen zur Prävention war das dritte große Thema dieses Workshops, die Peer Educators mit neun neuen Unterrichtseinheiten , die sich mit Werten beschäftigen, bekanntzumachen. Grundlage dieser Eineheiten sind Geschichten aus einem neuen Buch von „Heartlines“ (eine christliche NGO, die Filme und Bücher über Werte herausgibt) mit dem Titel „Stories that talk II“. Einige dieser Lektionen wurden ihnen von den Mentoren vorgeführt, andere mussten sie sich in Gruppen selbst erarbeiten. In einer der Lektionen geht es um Fremdenfeindlichkeit, was auch in Südafrika ein heißes Thema ist. Bei der abschließenden Evaluierung äußerten sich die meisten Teilnehmer hochzufrieden...

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Ein gelungenes Montessori-Beispiel

Okt 1, 2018 in Godisang

Ein gelungenes Montessori-Beispiel

Kinder in der Montessori-Pädagogik zu beobachten, ist der Schlüssel, um zu verstehen, wo das Kind in seiner Entwicklung ist, und es ist auch ein wichtiges Werkzeug, um dem Kind zu helfen, vorwärts zu gehen. In diesem Blogbeitrag beschreibt Tidimalo Mokaila eine solche Beobachtungen. Tidimalo ist eine unserer Montessori Erzieherinnen und arbeitet in dem Rebaone/Lomanyane Kindergarten von Tsibogang. Sie schreibt über das Mädchen Thato, das seit zwei Jahren in unserer Vorschule ist. Gegen Ende des Jahres wird sie fünf Jahre alt und geht nächstes Jahr in die Vorschule. In den letzten Monaten hat sie große Schritte in ihrer Entwicklung gemacht.  Tidimalo schreibt dazu: Thato ist eifrig dabei zu lernen und macht alles mit großer Begeisterung.Sie beschäftigt sich besonders gern mit dem Sprachmaterial und Mathematik. Sie arbeitet gerne mit dem beweglichen Alphabet (das ist das Schlüsselmaterial, das verwendet wird, um den Kindern das Schreiben nahezubringen. Es enthält alle Buchstaben des Alphabets mehrmals, die Vokale sind in Blau, die Konsonanten sind in Rot). Thato schreibt und schreibt gerne Wörter neu, welche in einer kleinen Kiste daneben stehen z.B. .ntlo, was Haus in Tswana bedeutet. Sie nimmt die Buchstaben aus der Kiste, legt das Wort hin und schreibt es dann auf Papier. Sie kennt die Hälfte des Alphabets und kann ihren Namenohne Vorlage schreiben. In der Mathematik kennt sie die Zahlen bis dreizehn. Sie zählt und schreibt auch die Zahlen. Wenn sie arbeitet, ist sie total in ihre Arbeit vertieft, niemand kann sie stören. Wann immer ich sie frage, ob sie neues Material erforschen will, ist sie gespannt auf die Präsentationen. Thato ist ein gutes Beispiel für die Montessori-Methode, denn in den letzten drei Jahren konnten wir sehen, wie sie selbständig wurde und wie sie das Montessori-Material erforschte, um dorthin zu gelangen, wo sie jetzt ist. Tidimalo...

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Ein Workshop mit Hindernissen

Aug 12, 2018 in Tlamelang

Ein Workshop mit Hindernissen

Vom 2. Juli bis 6. Juli 2018 versammelten sich 29 Mitarbeiter unserer Action Group Tlamelang im St. Joseph’s Retreat Center in Mahikeng, um an dem jährlich stattfindenden Workshop ihrer Gruppe teilzunehmen. Angemeldet hatten sich eigentlich 32, aber drei Mitglieder mussten wegen einer schweren Grippe leider zu Hause bleiben. Es war eine der kältesten Wochen des Winters in Südafrika. Fast die ganze Woche über fiel der Strom aus, sodass wir die Halle nicht wie geplant mit Elektroheizkörpern erwärmen konnten. Wegen unserer Finanzknappheit konnten nur die Teilnehmer, die von außerhalb Mahikeng kamen, im Retreat Center übernachten. Die anderen mussten bei Temperaturen um den Gefrierpunkt morgens von zu Hause aus entweder zu Fuss oder mit dem Taxi zum Center kommen. Aber es stellte sich heraus, dass sie noch besser dran waren. Denn infolge des Stromausfalls gab es im Retreat Center nicht mal Wasser, da dieses mittels elektrischer Pumpen in die Vorratsbehälter gepumpt wird. Die Teilnehmer ließen sich von all diesen Widernissen aber nicht abschrecken. In Mäntel und Decken gehüllt trotzten sie der Kälte und blieben bei allen Einheiten wach dabei. Der Hauptschwerpunkt des Workshops waren Lektionen, die unsere Mitarbeiter den Waisenkindern und vernachlässigten Kindern in den verschiedenen Formen von After School Programmen geben sollen. Diese wurden ihnen von den Mitgliedern des im letzten Jahr etablierten Teaching Teams auf sehr ansprechende Weise präsentiert. Die Lektionen nehmen vier große Herausforderungen in Südafrika auf: HIV Prävention (noch immer infizieren sich etwa 2000 Mädchen pro Woche), Rechte von Kindern (die in Südafrika häufig missachtet werden), Gewalt gegen Frauen (Gender Based Violence) sowie Stigmatisierung und Diskriminierung (von Menschen, die mit HIV oder Tuberkulose leben oder behindert sind). Ein zweiter Schwerpunkt war, die Teilnehmer bezüglich unserer Dauerbrenner Tuberkulose, HIV Infektionsbehandlung, Geschlechtskrankheiten und Familienplanung auf den neusten Stand zu bringen. Wie im letzten Jahr mussten sich alle Teilnehmer am Donnerstag einem Test über Tuberkulose und HIV unterziehen. Das Durchschnittsergebnis verbesserte sich dabei erneut gegenüber dem Vorjahr um 6.8% auf 75.8%. Dr. Wolfgang...

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Interview mit Kelebogile Ngobelanga

Jul 21, 2018 in Godisang

Interview mit Kelebogile Ngobelanga

Eine unserer Montessori-Erzieherinnen, Kelebogile Ngobelanga, hat im April ihr erstes Kind bekommen und ist zur Zeit auf Schwangerschaftsurlaub. Sie ist eine von den fünf Erzieherinnen, die von dem Montessori-Kurs in den letzten zwei Jahren profitiert haben. Die Fragen stellte Christel Hermann. Wie ist es für dich, jetzt Mutter zu sein? Was ist schön, was ist schwierig? Es ist wirklich aufregend und wunderbar, jeden Tag die eigene Tochter wachsen zu sehen. Was ich am meisten genieße, ist ihr Lächeln. Hart sind die schlaflosen Nächte. Du hast letztes Jahr dein Montessori-Diplom erworben. Wie beeinflusst dich das in deiner Einstellung zu den Kindern und ihrer Erziehung? Die Art der Montessori-Kindererziehung hat meine Einstellung zu Kindern völlig geändert. Sie ist so anders als das, was wir kennen und womit ich aufgewachsen bin. Ich habe gelernt, Kindern zu vertrauen, an den ‚inneren Lehrer‘, wie es Montessori nennt, zu glauben. Das zweite ist, Kindern Vorbild zu sein, in dem Verhalten, was ich von ihnen erwarte. Wenn ich nicht das selber tue, was ich bei den Kindern wünschenswert finde, darf ich mich nicht wundern, wenn sie anders handeln. Denkst du, dass die afrikanische Art der Kinderziehung und Montessori zusammenpassen oder sich vielleicht sogar ergänzenn können? Wie könnte das aussehen? Montessori und die afrikanische Art der Kinderziehung sind sehr weit auseinander, aber ich denke schon, dass es möglich ist, sie zusammenzubringen bzw. dass sie sich ergänzen. Aber ein solcher Schritt erfordert viel Information und Verhaltensänderung von Eltern, ErzieherInnen bis hin zum Erziehungsministerium. Als du deinen Schulabschluss gemacht hast, was wolltest du studieren? Welche Träume hattest du? Als ich meinen Schulabschluss fertig gemacht habe, hatte ich zwei Berufsrichtungen im Auge: Lehrerin oder Buchhalterin.Das Letzte hat mich noch mehr gereizt, die Vorstellung in einer Bank oder einer grossen Firma Finanzverwaltung zu machen. Aber es ist ja oft so, dass die eigenen Pläne anders verlaufen. Wie geht es dir damit, jetzt Montessori-Erzieherin zu sein? Ich bin sehr froh, die Möglichkeit gehabt zu haben, eine Ausbildung als Montessori-Erzieherin machen zu können.Diese Ausbildung erlaubt mir nicht nur, im Kindergarten mein Wissen und mein Können einzusetzen, sonders allgemein in meinem Leben profitiere ich davon, nicht zuletzt auch bei meinem eigenen Kind. Welche Zukunftspläne hast du? Gern würde ich weiterstudieren und später meinen eigenen Montessori-Kindergarten aufbauen. Dazu ist es wichtig, die Montessori-Methode immer besser zu lernen. Welche Montessori-Prinzipien findest schwer umzusetzen und warum? Montessori lehnt jede Form von äußerer Disziplin ab (wie Lob und Strafen). Sie betont, dass Kinder die innere Disziplin aufbauen und wir sie darin unterstützen. Das finde ich oft sehr schwierig, besonders bei Kindern, die Grenzen überschreiten. Ich bin dann in der Versuchung, sie mit einem Klapps oder dergleichen zu disziplinieren. Das andere, was ich nicht leicht finde, ist auf Augenhöhe der Kinder zu sein, besonders wenn sie das ausnutzen, frech werden etc. Welche Rolle spielen die Montessori-Kindergärten von Tsibogang? Was haben die Kinder davon, die unsere Kindergärten besuchen? Ich bin fest davon überzeugt, dass unsere Kindergärten eine grosse Bedeutung für unsere Kinder haben. Sie lernen durch das Montessori-Material Dinge, die andere Kinder in traditioneller Kindererziehung nicht lernen. Sie machen Erfahrungen, von denen sie ihr ganzes Leben profitieren...

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Tsibogang-Jahrestreffen

Jun 2, 2018 in Tshepanang

Tsibogang-Jahrestreffen

Am 26.5., einem kühlen Herbstmorgen, versammelten sich die Mitglieder von Tsibogang zu ihrem Jahrestreffen. Wie schon in den Jahren zuvor fragte sich der Koordinator, ob wohl genug Mitglieder kommen würden, so dass die Versammlung beschlussfähig ist. Diese Sorge war unnötig, wir waren fast 100 Mitglieder. Es ging mit einer kräftigen Verspätung los und endete dann auch spät. Aber Dank unseres stellvertretenden Vorsitzenden Mr. Links wurden wir durch ein volles Programm geführt mit vielen Berichten aus den verschiedenen Aktionsgruppen. Was hatten wir uns für das vergangene Jahr vorgenommen? Was haben wir geschafft und was nicht? Hin und wieder musste Mr. Links korrigierend eingreifen; aber alles in allem war die Stimmung gut und wohlwollend. Hier ein paar Zahlen und Erfolge vom Jahr 2017: Die MitarbeiterInnen von Tshepanang, der Aktionsgruppe, die an Schulen Ethikunterricht und Prävention von HIV/AIDS unterrichtet, haben 5196 SchülerInnen an 21 Grundschulen und 6 höheren Schulen erreicht. Dies wurde von 52 ausgebildeten Peer Educators bewältigt. Die Tlamelang Gruppe,die Haus-Krankenbesuche macht, konnte 2589 Kinder aus schwierigen Familieverhältnissen, z.T. Waisenkinder, wenigstens viermal im Monat besuchem, ihre Eltern bzw. Angehörigen wurden beraten und bekamen Unterstützung. In der HausaufgabenHilfe (After school program) konnten 455 Kinder jeden Tag eine warme Mahlzeit bekommen und konnten unter Anleitung ihre Hausaufgaben machen. 150 von diesen Kindern schrieben eine Mathematiktest, in denen 70% sich verbesserten im Vergleich zum vorigen Test. Diese Tests haben wir eingeführt, um festzustellen, ob die Arbeit in dem Programm erfolgreich ist. Bei diesem Bericht entstand eine längere Diskussion darűber, ob die Kinder bestraft werden sollten, die zu spät zur Hausaufgaben-Hilfe kommen. Es wurde gesagt, dass manche von ihnen so spät kommen, dass sie gar keine Hausaufgaben mehr machen können. Die freiwilligen Helfer hatten sich überlegt, in diesem Fall den Kindern kein Essen mehr zu geben. Das fand unsere Vorsitzende, Theresa Mokgoro, nicht akzeptabel. Mehrere schlossen sich ihrer Meinung an und fanden, dass man den Kindern auf jeden Fall Essen geben sollte, zumal wir wissen, dass viele von ihnen keine andere Mahlzeit mehr am Abend bekommen. Wolfgang Hermann, der Koordinator, präsentierte den Finanzreport sowie das Budget fűr das neue Finanzjahr. In beidem war deutlich zu sehen, wie sehr wir auf Gottes Hilfe und die von unseren SpenderInnen angewiesen sind, damit wir die Arbeit weitermachen können. Obwohl wir im letzten Jahr mehrmals ums Überleben kämpfen mussten, konnten wir sehen, wie Gott uns durchgeholfen hat. Am Ende der Versammlung wurde ein neues Kommittee (Tsibogang Management) gewählt: Mr. Links, Theresa Mokgoro, Undine Rauter, die schon lange in diesem Kommittee sitzen, wurden wieder gewählt, dazu neue VertreterInnen der verschiedenen Aktionsgruppen (Tshepanang, Tlamelang und Amogelang). Die katholische und lutherische Kirche ernannten jeweils einen Vertreter der Kirche fűr das Kommittee. Ein grosser Dank geht an alle, die unsere Arbeit so treu unterstűtzen mit ihren Spenden und auch ihrer Fürbitte. Beides brauchen wir...

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Überraschende Anforderungen

Apr 19, 2018 in Godisang

Überraschende Anforderungen

Am 02. Februar erhielten wir einen Brief von der South African Catholic Bishops Conference (SACBC). SACBC ist seit Jahren unsere größte Geberorganisation, die unseren Verein Tsibogang Christian Action Group derzeit mit mehr als R 50,000 pro Monat unterstützt. In dem Brief schrieben sie, dass ihre größte Geberorganisation Aurum Institute (eine amerikanische Hilfsorganisation) ihnen bedeutet habe, dass wenn sie nicht bis März 2018 100% ihrer Ziele erreichen, es keine weiteren Gelder von Aurum geben würde. Das beträfe insbesondere die Zahl der Waisenkinder und Pflegeeltern, die auf HIV getestet sein müssten. Deshalb forderte uns SACBC in ihrem Brief ultimativ auf sicherzustellen, dass wir bis zum 26. Februar 1166 Waisenkinder und 370 Pflegeeltern auf HIV getestet haben und dies in dem entsprechenden Computerprogramm vorschriftsmäßig dokumentiert ist. Sollten wir dieses Ziel nicht erreichen, würde es im März 2018 keinen neuen Vertrag und kein Geld mehr von SACBC geben. In unserem Vertrag mit SACBC, den wir im Oktober 2017 unterzeichnet hatten ,war wohl von einer Gesamtzahl von 1285 Waisenkindern und vernachlässigten Kindern und von 420 Pflegeeltern die Rede, die wir mit unseren Diensten erreichen sollten, aber an keiner Stelle war von einer genauen Zahl derer die Rede, die auf HIV getestet sein müssten. Das Testen auf HIV ist nur einer der Dienste, die wir den Kindern und Erwachsenen geben. Andere Dienste sind Hausbesuche, Ernährungs- Beratung, Gewichtskontrolle, Tuberkulose Screening , Hausaufgabenhilfe, Unterricht zur HIV Prävention, Informationen gegen Kindsmisshandlung , gegen Stigma und Diskriminierung und gegen Vergewaltigungen. Auch Überweisungen zur Beantragung von Sozialhilfe und Kindergeld oder Überweisungen zur Behandlung von Gesundheitsproblemen gehören zu unseren Diensten. In unserer schriftlichen Antwort auf den Brief wiesen wir darauf hin, dass wir es unfair fänden, dass uns erst jetzt – sozusagen in letzter Minute – genaue Vorschriften zur Zahl der auf HIV getesteten Kinder gemacht würden, aber wir rechneten damit, dass SACBC erwidern würde, dieser Druck käme nicht von ihnen, sondern vom Aurum Institute, die das Testen auf HIV als den wichtigsten Dienst ansehen. So beriefen wir eilig eine Sitzung des Tlamelang Kommittees ein. In der Sitzung wurde beschlossen, dass wir trotz der Unfairness alles versuchen sollten, die vorgegebenen Ziele zu erreichen. Itsholeng Moepi, die das HIV Testen bei uns koordiniert, arbeitete einen Plan aus, demzufolge jeden Tag an einem oder sogar zwei Orten der neun Regionen unseres Projekts eine HIV Testing Kampagne durchgeführt werden sollte. Zu dem Zeitpunkt, als wir den Brief erhielten, hatten wir (seit Oktober 2017) erst 482 Kinder und 20 Erwachsene auf HIV getestet. Es war eindrucksvoll zu sehen, wie alle unsere Mitarbeiter ihr Bestes gaben, die Pflegeeltern dazu zu bewegen, so kurzfristig ihre Einverständnis zum Testen ihrer Kinder und von ihnen selbst zu geben. Rekordergebnisse gab es besonders in Majemantsho (wo unserer Kindergarten und After School Project Rebaone ansässig ist) und in Welbedacht (wo unser After School Programm Emmanuel ansässig ist), wo jeweils über 100 Kinder getestet wurden. Zum Glück hatten in den Jahren 2016 und 2017 mehr als zwanzig unserer Care Givers ihren Kurs in HIV Testing abgeschlossen. Eine größere Herausforderung war es, so kurzfristig genügend HIV Test Kits zu bekommen. Wir erbaten sie von den Clinics, mit denen wir zusammenarbeiten. Aber es ging ja nicht nur um das Testen selbst. Mindestens ebenso groß war die Herausforderung, die Ergebnisse in dem dafür vorgesehenen Computerprogramm vollständig zu erfassen. Dazu gehört ein Scannen der unterschriebenen Einverständniserklärungen....

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Neues aus den Kindergärten

Mrz 2, 2018 in Godisang

Neues aus den Kindergärten

Seit Mitte Januar laufen die Kindergärten und die Hausaufgabenbetreuung wieder auf vollen Touren. Wir haben etliche neue Kinder ( in den beiden Kitas sind es 70 Kinder) aufgenommen und sehen, wie sie sich verändern. Am Anfang gab es nur Gebrüll bei den Kita-Kindern, wenn ihre Mütter verschwanden. Jetzt, nach fűnf Wochen, drehen sich die meisten nicht mal um, wenn ihre Műtter aus der Tür gehen. Sie sind begierig, Neues zu entdecken. Interessant für uns als Erzieherinnen ist es, wie sich die Kleinen vom letzten Jahr nun als die Großen verhalten. Vieles hatten sie vergessen, und wir müssen ihnen das Material neu zeigen. Aber inzwischen können wir sie schon bitten, den Kleineren/Neuen zu zeigen, wie es geht. Auch für uns als Erzieherinnen gibt es einiges zu entdecken: Es gilt als Grundregel, dass man den Kindern ein Material von Anfang bis Ende zeigen, d.h. man geht zusammen mit dem Kind zum Regal, holt das Material und zeigt ihm dann, wie es benutzt wird. Wenn man damit fertig ist, bringt man das Material zu seinem Standort zurück , so dass das Kind weiss, wohin das Material gehört. Die neuen Kinder sind nun extrem ungeduldig, sie wollen schon damit arbeiten, bevor die Lehrerin fertig ist. In unserem monatlich stattfindenden internen Montessori-Training gab es eine lange Debatte darüber : Darf das Kind übernehmen? Oder soll es warten bis zum Schluss, auch wenn möglicherweise das Kind die Lust am Material verliert? Eine andere heiße Frage war: Was machen wir mit Kindern, die nicht arbeiten, die einfach nur im Raum herumgehen, z.T. andere stören oder die Erwartung haben, dass sie von den Lehrerinnen angeleitet werden? Ein anderes Montessoriprinzip ist: Drei Stunden sollen/dürfen die Kinder ohne Unterbrechung arbeiten, d.h. es wird in dieser Zeit nicht gegessen, kein Morgenkreis gemacht oder Geschichten vorgelesen, sondern jedes Kind sucht sich seine Arbeit. Das ist sehr wichtig, weil man ohne dieses nicht herausfindet, ob Kinder wirklich selbständig sind (bei Montessori heisst das, ist das Kind normalisiert?). Bei den neuen Kindern dauert es natürlich eine Weile, bis sie aus eigenem Antrieb drei Stunden lang arbeiten. Aber es ist toll zu sehen, wie lange Kinder arbeiten können. In Godisang gibt es einen Zweijährigen, der jeden Tag alle Tische abwischt, fegt, die Stühle vorher auf die Tische stellt und sie dann wieder herunterholt. Eine Mordsanstrengung füer einen Zweijährigen, aber er lässt sich nicht davon abhalten. In zwei von unseren Nachmittagsprogrammen für die Schulkinder haben wir erstmals Kinder, die auch in unserern Kitas gewesen sind. Sie kommen stolz mit ihren Heften an und zeigen, was sie schon schreiben können. Azania ist eine von ihnen. Sie war im Kindergarten die erste, die das Afrikapuzzle zusammenbauen...

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