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Südafrika braucht Gebet

Jul 21, 2021 in Tshepanang

Südafrika braucht Gebet

Im vergangenen Monat sind zwei Mitarbeiterinnen von Tsibogang, die unsere Arbeit entscheidend geprägt haben, plötzlich gestorben. Itsholeng Loving meldete sich Anfang Juni als krank ab. Wir dachten nicht sofort an Covid, weil sie keine typischen Symptome hatte. Itsholeng starb in den frühen Morgenstunden am 17.6. wahrscheinlich an einer Lungenentzündung. Der Winter hatte angefangen mit den üblichen Erkãltungen. Wenige Tage spãter wurde auch Kesentseng Nanyane krank, allerdings mit typischen Covid Symptomen. Nach einer Woche bestãtigte sich, dass Kesentseng Covid positiv war. An dem Tag, als wir die Gedenkfeier für Itsholeng hatten, starb Kesentseng. Wir waren sprachlos, erschrocken und sehr, sehr traurig. Mit beiden hatten wir eine lange Geschichte: Kesentseng war Projektleiterin für Tlamelang. Sie hatte vielfãltige Aufgaben. Sie besuchte vier von unseren 10 Hausaufgaben-Hilfe Projekten; sie war Schatzmeisterin in unserer Organisation und half mit, die vielfältige Verwaltung für die verschiedenen Spendenorganisationen zu bearbeiten. Itsholeng gehörte seit 2004 zu Tsibogang und arbeitete zunächst als Peer Educator in Tshepanang. Sie war eine der ersten in unserer Organisation, die die lebensrettenden ART (virushemmende Medikamente) begann einzunehmen und trotz ihres HIV-Status gut leben konnte. Ihre große Gabe war, andere, die HIV-positiv waren, zu überzeugen, Medikamente zu nehmen und ihr Leben positiv anzugehen. Sie war stolz darauf, dass sie so lange trotz HIV-positivem Status normal leben konnte. Besonders stolz war sie auf ihre drei Töchter, die alle HIV-negativ geboren wurden. Itsholeng war schnell klar, dass sie das Virus in ihrem Körper nur in Schach halten konnte, wenn sie diese Krankheit akzeptierte und offen darüber sprechen konnte. Sie wollte sich nicht verstecken wie viele andere. Die Selbsthilfegruppe Amogelang (Nehmt (ein)ander an) wurde entscheidend von Itsholeng geprägt und startete vor mehr als zehn Jahren eine Selbsthilfe-Gruppe für Kinder, die mit HIV leben. Das war ihr Verdienst. Diese Gruppe trifft sich alle zwei Wochen an einem Samstag. Man kann sagen, dass sie vielen Kindern diese Gruppe das Leben gerettet hat. Erstmals trafen sie auf Erwachsene, die ihnen erklärten, woran sie erkrankt waren und warum sie regelmäßig Medikamente nehmen mussten. Beide, Kesentseng und Itsholeng, hatten mit vielen Tsibogang-Mitgliedern lange freundschaftliche Kontakte. Während vieler Workshops und Begegnungen teilten wir Freud und Leid miteinander. Es ist schwer, uns vorzustellen, wie die Arbeit in Tsibogang ohne sie weitergehen wird. Ein Bibelvers, der uns in dieser Zeit getröstet und begleitet hat: Meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege, spricht der Herr; sondern soviel der Himmel höher ist als die Erde, so sind auch meine Wege höher als eure Wege und meine Gedanken als eure Gedanken (Jesaja 55,8+9). Wir haben keine Antwort darauf, warum diese beiden gehen mussten; aber wir vertrauen, dass Gott uns seine Wege zeigen wird und seine Gedanken höher sind als unsere Gedanken. In Südafrika sind wir zur Zeit in der dritten Welle von Covid-19, täglich steigen die Ansteckungen; bis auf Weiteres sind die Schulen geschlossen, es darf keine Versammlungen geben, von 21 bis 4 Uhr morgens gibt es eine Ausgangssperrre. Restaurants, Hotels etc. sind geschlossen, was dazu geführt hat, dass noch mehr ihre Arbeit verloren haben. Inzwischen sind 2,9 % der Bevölkerung geimpft, das ist leider zu wenig, um die Ausbreitung des Virus aufzuhalten. Wir sind besorgt über die Unruhen in Südafrika vor einer Woche, von denen wir durch die Medien und Undine gehört haben. Wir waren gerade in Deutschland angekommen, als das passierte....

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Jahresbilanz bei Tsibogang

Jun 8, 2021 in Tshepanang

Jahresbilanz bei Tsibogang

Am 22. Mai fand die Jahreshauptversammlung der Tsibogang Christian Action Group statt. Dazu waren 66 Mitglieder zusammengekommen. Die Tirisano Hall im St. Joseph’s Retreat Center ist riesig, aber um den vorgeschriebenen Abstand einzuhalten, konnten wir in diesem Jahr nicht alle 112 Mitglieder einladen. Stattdessen schickte jede der drei Action Groups Delegierte. Committee-Mitglieder der Action Groups und auch des Management Committee trugen ihre Jahresberichte vom vergangenen Finanzjahr (1.April 2020 – 31. März 2021) vor. Dieses Jahr stand ganz im Zeichen der Corona Pandemie, die große Auswirkungen auf die Durchführung aller Projekte hatte. Weil die Schulen von April bis Anfang Juni und dann nochmal im August geschlossen waren, konnten die Tshepanang Peer Educators in dieser Zeit nicht unterrichten. Als die Schulen wieder öffneten, gaben sie zunächst neu entwickelte COVID-19-Unterrichtsstunden. Die Unterrichtszeit wurde von September bis Ende November verlängert. So konnten die Peer Educators doch noch die wichtigsten HIV-bezogenen Unterrichtseinheiten an insgesamt 3840 Schüler an 23 Schulen weitergeben und einen Test schreiben lassen. Auch die Kindergärten und After School Centers mussten während der Monate des strikten Lockdowns geschlossen bleiben. Als sie schrittweise wieder öffneten, kamen weniger Kinder als vorher. Wie auch in den Schulen können viele Kinder auch jetzt nicht täglich zu unseren After School Centers kommen, weil die Räume zu klein sind, um den vorgeschriebenen Abstand einzuhalten. So wechseln sie sich tageweise oder wochenweise ab. Wegen der vielen ausgefallenen Tage konnte der Lese- und Schreibunterricht für die vielen Kinder, die nicht lesen können, im letzten Jahr nicht wie geplant weitergeführt werden. Er hat aber in diesem Jahr in allen zehn After School Centers erneut begonnen. Aber weil viele Kinder nur jeden zweiten Tag kommen können, geht es langsamer voran, als uns lieb ist. Der Finanzreport wies aus, dass das vergangene Jahr für Tsibogang in finanzieller Hinsicht erstaunlich gut war. Die Gesamteinnahmen beliefen sich auf 4,930,272 Rand (etwa 290,000 Euro). Mit dem ELM kam eine neue Spenderorganisation an Bord. Vom Förderkreis und dem Deutschen Institut für Ärztliche Mission (DIFÄM) gab es zusätzliche Sonderspenden für Essenspakete, die den ärmsten Familien in unseren Dörfern zu Gute kamen. Auch von der US Botschaft, der südafrikanischen Lotterie und dem Aurum Institute gab es höhere Spenden als erwartet. Bis September diesen Jahres werden wir aber alle diese Gelder aufgebraucht haben. Leider können wir bei den letztgenannten drei Organisationen nicht sofort eine Anschlussfinanzierung beantragen. Auch die vom Förderkreis bewilligten Mittel für dieses Jahr sind deutlich geringer als im letzten Jahr. So stehen wir vor der Herausforderung, bis September neue Spender zu finden, damit wir unsere Projekte in der bisherigen Größenordnung weiterführen können. Nach Verabschiedung aller Berichte und Pläne für das schon begonnene neue Finanzjahr wurde in diesem Jahr ein neues Management Committee konstituiert, das die Geschicke unseres Verein in den kommenden drei Jahren zu lenken hat. Die Committees der drei Action Groups benannten je einen Vertreter: Ann Mosing für Tshepanang, Kesentseng Nanyane für Tlamelang und die neu gewählte Vorsitzende Norah Motlhatlhedi für Amogelang. Auch die größten in Tsibogang vertretenen Kirchen benannten je einen Vertreter. Für die katholische Kirche ist das Jarrison Links, der bereits für sechs Amtsperioden unserer Organisation als stellvertretener Vorsitzende gedient hat. Für die evangelische Kirche ist es Pastor Mosime. Die Communität benannte Undine Rauter als ihre Vertreterin, womit sie nun ihre siebte Amtsperiode als Schriftführerin antritt. Der Priester von St. Mary’s, auf dessen Grundstück sich...

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Hilfe beim Lesen und Schreiben

Mrz 21, 2021 in Godisang

Hilfe beim Lesen und Schreiben

Am 15. Februar, nachdem der Präsident Anfang Februar einen gemäßigten Lockdown ankündigt hatte, haben die Schulen und damit auch unsere Hausaufgabenhilfe-Programme wieder aufgemacht. Auch die Kindergärten sind wieder geöffnet. Das war möglich, weil die Corona-Infektionszahlen stetig abnahmen, auch wenn schon jetzt gemunkelt wird, dass die dritte Welle im Anrollen ist. Kaum war die Ankündigung des Präsidenten durchgesickert, haben wir die Gelegenheit beim Schopf ergriffen und unseren Workshop, der ursprünglich Mitte Januar stattfinden sollte, ins Rollen gebracht. Wir wollten unbedingt, dass möglichst viele unserer Mitarbeiter:innen für dieses Jahr zugerüstet sind, Kindern mit Lese- und Schreibschwierigkeiten zu helfen. So fuhren wir am mit 22 Menschen nach Magaliesburg, der erste Ausflug nach langer Zeit für fast alle von uns. Wir hatten sehr viel Regen und es war so grün wie lange nicht. Das Programm war eine Mischung aus Lernen, wie man Kindern, die nicht lesen können, Brücken bauen kann, ausgehend von der gesprochenen Sprache. Viele Kinder haben kein Bewusstsein ihrer gesprochene Sprache, da müssen wir nachhelfen, indem wir ihnen das Alphabet zeigen im Zusammenhang mit Bildern. Das Alphabetfries im Tswana hat 25 Buchstaben, die alle mit den Kindern geläufigen Bilder/Wörtern versehen sind. Diese werden nach und nach eingeführt, bis die Kinder alle lesen und sie auch schreiben können.Wir mussten nun in Kleingruppen üben, das Schritt für Schritt in Unterrichtseinheiten zu praktizieren. Das zweite große Thema war COVID-19. Wolfgang Hermann hatte schon im letzten Jahr ein paar Stunden dazu entwickelt, die für die mittleren Klassen der Grundschulen geeignet sind. Es stellte sich dann aber heraus, dass unsere Freiwillligen große Probleme damit hatten. Die Konzepte war zu schwierig und zu abstrakt. Ein Höhepunkt des Workshops war dann die Bergbesteigung am dritten Tag, die einiges an Kräften abverlangte. Inzwischen sind alle dabei, die Kinder in den Nachmittagsprogrammen auf ihr Lesen und Schreiben zu testen, damit wir wissen, welche Kinder Hilfe brauchen. Man merkt schon jetzt, dass es eine große Anstrengung wird. Es gibt Kinder, die in der 4.,5. und 6. Klasse sind und nicht lesen können. Wir haben uns vorgenommen, dass Ende des Jahres alle diese Kinder lesen und schreiben können. Werden wir das schaffen? Christel und Wolfgang Hermann...

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Grüße zum Neuen Jahr

Jan 14, 2021 in Tshepanang

Grüße zum Neuen Jahr

Liebe Freundinnen und Freunde, Spenderinnen und Spender, nun hat ein neues Jahr angefangen. Wir wollten eigentlich noch im alten Jahr geschrieben haben, aber wir waren so erschöpft und ausgelaugt, dass es nicht dazu gekommen ist. Das neue Jahr gestern fing an mit Nieselregen (auf Tswana: pula ya medupe). Das ist im Verständnis der Tswanas das Beste, was einem passieren kann. Nieselregen kommt leise, aber beständig, macht die feucht und fruchtbar und man kann buchstäblich zusehen, wie alles grün wird, wächst. Für uns ist das auch ein Zeichen der Hoffnung und der Freude. Obwohl das vergangene Jahr in vieler Hinsicht schwer war, können wir sagen: Wir sind Gott dankbar für alle Bewahrung trotz Corona und den Folgen des Lockdown. Es haben sich insgesamt sechs unserer Mitglieder mit SARS-CoV-2 infiziert, sie sind alle wieder gesund geworden. Aber der Mann einer unserer Child Care Workers starb an COVID-19. Wenn auch in diesem Jahr hauptsächlich von COVID-19 die Rede war, haben wir das Dauerproblem HIV/AIDS nicht vergessen, das in Südafrika mehr Todesopfer gefordert hat als Corona. Von März bis Dezember starben 28.469 Menschen an COVID-19. Das sind im Durchschnitt 95 Menschen pro Tag, während 195 Meschen pro Tag in Südafrika an AIDS starben. Anfang Dezember konnten wir unsere Jahresabschlussfeier in Tsibogang halten mit einem Rückblick über dieses besondere Jahr: Etliche workshops wie das von Tlamelang im Februar konnte stattfinden. Tshepanang konnte Ende Oktober seinen traditionellen Workshop mit 39 Teilnehmers abhalten, wo sogar sechs neue Mitglieder aufgenommen wurden, die in diesem Jahr anfangen zu unterrichten. Die 44 Tshepanang Peer Educators haben in 22 Schulen insgesamt 3798 Kinder unterrichtet. 2680 von ihnen (Grade 6 &7) schrieben im November einen Test, um ihr Wissen über HIV zu prüfen. Das Durchschnittsergebnis lag bei 73.6%. Auch in unseren neun Afterschool Centers gab es Unterrichtseinheiten über HIV. 152 der Kinder (alle die 10 Jahre und älter waren) schrieben auch einen HIV Test, bei dem das Durchschnittergebnis sogar bei 78.9% lag. 13 unserer Home Care Givers haben in letzten Jahr insgesamt 2339 Menschen auf HIV getestet und diejenigen, die HIV positiv waren an die nächste Clinic überwiesen, wo sie die lebenserhaltenden antiretroviralen Medikamente erhielten. Außerdem wurden durch Hausbesuche insgesamt 193 Patienten gefunden, die ihre Behandlung mit antiretroviralen Medikamenten abgebrochen hatten. 184 von ihnen ließen sich davon überzeugen, mit der Behandlung wieder anzufangen. Trotz Lockdown und Corona haben wir mehr Spenden bekommen als wir erwartet hatten und stellten am Ende von 2020 fest, dass die Konten von Tsibogang – Gott sei Dank – nicht leer sind. Erstmals erfuhren wir kurz vor den Sommerferien, dass unser zweiter Kindergarten,  der der älteste von den beiden ist, von einer staatlichen Institution eine Unterstützung bekommt. Darum habe ich acht Jahre gekämpft. Mit vielen Segenswünschen für das neue Jahr Christel und Wolfgang...

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Neue Mitarbeitende für Tshepanang

Nov 4, 2020 in Tshepanang

Neue Mitarbeitende für Tshepanang

Bokamoso Chipeta ist ein neuer Peer Educator bei Tshepanang. Der 20. Tshepanang Workshop ist Ende Oktober mit 38 Teilnehmenden zuende gegangen. Erstmals seit drei Jahren gab es sechs Neue, die daran teilgenommen haben. Dank neuer Spenden für dieses Projekt ist es möglich, dass nächstes Jahr diese sechs Neuen als Peer educators anfangen. In diesen zwanzig Jahren hat sich das Curriculum von Tshepanang mehrmals verändert, angepasst an die neue gesellschaftliche Lage und die Veränderung, dass die meisten Peer Educators jüngere Schülerinnen und Schüler unterrichten.Eigentlich hätten wir dieses besondere Jubiläum feiern müssen, aber das ist wegen COVID 19 nun nicht möglich. In diesem Blog werde ich Euch/Ihnen eine der Neuen vorstellen, mit der ich ein Interview gemacht habe. CH: Danke , dass du dich bereit erklärt hast, etwas über dich, dein Leben und deine Teilnahme an diesem Workshop zu erzählen. Wo wohnst du, mit wem bist du aufgewachsen und wie hat sich deine schulische Laufbahn entwickelt?BC: Ich bin Bokamoso Chipeta und wohne in Signal Hill, einem Stadtteil von Mahikeng zusammen mit meinen beiden Geschwistern und meinen Eltern. Nach dem Matric wollte ich Lehrerin werden, ich wurde aber bei der Uni abgelehnt. Daraufhin habe ich ein Studium als Network Ingenieur in Johannesburg gemacht und abgeschlossen. Seit zwei Jahren suche ich Arbeit und finde nichts. CH: Was hast du ausser der Arbeitssuche in den beiden letzten Jahren gemacht?BC: Es war schwer für mich, nichts tun zu können. Da ich immer noch Lehrerin werden wollte, bin ich an meine alte Schule gegangen und habe dort freiwillig mitgearbeitet. Das hat mir grosse Freude gemacht. CH:Wie bist du zu dem Tshepanang-Workshop gekommen?BC: Ann Mosing, eine der Peer Educators, kennt meinen Vater und hat mich eingeladen. CH: Wie ist es dir mit den anderen Tshepanang-Mitgliedern ergangen?BC: Ich habe mich sehr wohl und angenommen gefühlt.Die andern haben mir viel geholfen, mit den Vorführstunden klarzukommen. Das hat mein Selbstvertrauen sehr gestärkt. CH: Wenn du auf das kommende Jahr schaust, welche Gedanken, Erwartungen und Ängste kommen dann hoch?BC: Ich bin so froh, dass ich endlich etwas zu tun bekomme, dass ich morgens aufstehen werde mit dem Gefühl, endlich etwas Sinnvolles zu machen. Es wird sicher nicht nur einfach werden, besonders wenn ich an die Disziplin in den Schulklassen denke. Aber ich habe noch etwas Zeit, mich darauf vorzubereiten und werde auch nicht allein dastehen. Es ist gut, mit einem zweiten Peer educator zusammen den Unterricht zu halten. Ausserdem vertraue ich darauf, dass Gott mir helfen wird. CH: Danke, Bokamoso, für das Interview, ich wünsche dir einen guten Anfang und Gottes Segen auf diesem Weg. Christel Lorato...

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Frühlingsgrüße aus Südafrika

Sep 21, 2020 in Tshepanang

Frühlingsgrüße aus Südafrika

Zwar ist noch keine Schwalbe am Himmel zu sehen, wohl aber Mauersegler und es ist richtig warm , fast schon heiss. Aber noch genießen wir es, nicht mehr frieren zu müssen nach dem so langen Winter. Der sogenannte lockdown hat auch dazu beigetragen, dass wir die Kälte mehr gespürt haben. Wir sind inzwischen auf dem sogenannten „lockdown Stufe 2, das macht vieles leichter. Was hat sich in Tsibogang getan? AlleTshepanang Mitglieder , die sich in den ersten Wochen mit COVID 19 angesteckt hatten, sind wieder gesund geworden. Darüber sind wir sehr dankbar. Insgesamt sagt die Statisktik, dass 90% aller COVID 19 Angesteckten wieder gesund werden. Die letzten Jahrgänge der Schulen , die noch zu Hause bleiben mussten, sind inzwischen auch wieder in den Schulen. Allerdings ist der Unterricht massiv gestört durch alle erforderlichen Abstandsregeln. Da in den meisten Klassen bis zu 50 Kindern sind, gehen die Kinder nur an bestimmten Tagen zu Schule bzw. wechseln sich wochenweise ab. Wir sind froh, dass alle unsere After School Programme wieder angefangen haben. Allerdings halten wir uns auch da streng an die Abstandregeln, alle Kinder /HelferINNEN tragen Masken. Das viele Hin und Her der Regierung in bezug auf die Schulkinder hat viele verunsichert, was dazu führte, dass eine Anzahl von Kindern gar mehr zur Schule kommen. Die Eltern warten ab bis zum nächsten Jahr. Für die Kinder in unseren After School programs ist ein wichtiger Grund für ihre Anwesenheit, dass sie Essen bekommen. In den Monaten von März bis Juli war für viele Familien der Hunger ein großes Problem. Seit dem 24. August, an dem alle Schüler und Schülerinnen wieder zur Schule gekommen sind, gibt es auch wieder eine Mahlzeit in der Schulen. Das hilft den Familien, die von Arbeitslosigkeit betroffen sind. Wir sind froh, dass wir durch Sonderspenden Essenpakete verteilen konnten. Wir hatten uns in diesem Jahr vorgenommen, gezielt den Kindern zu helfen, die Schwierigkeiten mit Lesen und Schreiben haben. Das müssen wir nun auf das nächste Jahr verschieben, da die Kinder jetzt viel nachzuholen haben und sie mit Massen von Hausaufgaben eingedeckt werden. In unserern Kindergärten sind seit Anfang Juli wieder Kinder, allerdings viel weniger, weil bei ihnen die Eltern Sorge vor Ansteckung haben. Die Erzieherinnen können nun endlich jedem einzelnen Kind die Zuwendung geben, die es braucht. Wir sehen nach den zwei Monaten schon einen großen Fortschritt.Die Kinder tragen keine Masken, wohl aber die Erzieherinnen. Anfangs war das irritierend für die Kinder, aber inzwischen haben sie sich daran gewöhnt. In Godisang haben wir seit zwei Wochen ein autistisches Mädchen, die schon 7 Jahre alt ist. Sie wartet auf einen Platz in einer Sonderschule. Die Mutter hatte Gutes über unseren Kindergarten gehört und fragte, ob wie sie aufnehmen können. Ich habe mich gefreut, dass die Erzieherinnen diese schwierige Aufgabe anpacken wollen. So sind wir jetzt in der Situation, Lernende zu sein: Das Mädchen spricht nicht, versteht aber einiges. Sie gibt manchmal geräuschvoll Laute von sich, die die andern Kindern irritieren. Wir versuchen schrittweise, ihr das Montessori-Material vorzustellen. Bisher hat sie es vorgezogen, anders damit umzugehen, als wir es ihr gezeigt haben. Aber es gibt Fortschritte in bezug auf die Kommunikation. Sie hat verstanden, dass vor dem Essen gebetet wird. Statt die Arme zu verschränken – wie die andern Kinder – hebt sie die Arme hoch. Das Amen kann sie schon....

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Wie wir in Tsibogang auf die COVID-19-Pandemie reagieren

Jun 26, 2020 in Tlamelang

Wie wir in Tsibogang auf die COVID-19-Pandemie reagieren

Vor der COVID-19-Pandemie gab es in Südafrika 14 Millionen Haushalte, in denen es zu wenig zu essen gab. Diese Zahl hat sich durch den Lock-down auf 28 Millionen verdoppelt! Besonders die vielen, die sich durch Gelegenheitsarbeiten im informellen Sektor über Wasser hielten, waren durch die Restriktionen hart betroffen. Sie werden nur langsam zu ihren Aktivitäten zurückkehren können, wenn die Lock-down-Regeln weiter gelockert werden. Die Essensknappheit betrifft natürlich auch die neun Regionen, in denen unsere Home Care Givers und Child Care Workers leben. So fingen wir im April an, Geld für Essenspakete bei verschiedenen südafrikanischen und deutschen Organisationen zu beantragen. Am schnellsten reagierte das Deutsche Institut für Ärztliche Mission (DIFAEM), das 4000 Euro Soforthilfe bewilligte. Wir baten unsere Home Care Givers in ihren Dörfern/Stadtteilen jeweils die 20 bedürftigsten Familien ausfindig zu machen. Sie zogen dazu von Haus zu Haus und unterrichteten über die Symptome von COVID 19 und wie man sich vor der Infektion schützen soll. Ab 20. 05. konnten wir dann mit der Verteilung der Essenspakete beginnen, die vor allem Maismehl und Backmehl sowie Öl, Bohnen, Dosenfisch, Erdnussbutter und Suppen enthielten. Von einem Paket kann eine vierköpfige Familie etwa einen Monat lang leben. Die Freude und Erleichterung bei den Empfängern waren groß. Insgesamt wurden 180 Essenspakete ausgegeben. Am 23.05. beschloss der Förderkreis bei seiner virtuellen Jahreshauptversammlung eine Soforthilfe von 9000 Euro für Essenspakete, so dass wir diese Aktion in diesem und dem kommenden Monat wiederholen können. Am 01.06.20 sollten in Südafrika die Schulen wieder geöffnet werden. Das wurde dann auf Druck der Lehrer-Gewerkschaften um eine Woche auf den 08.06.2020 verschoben, da etliche Schulen noch nicht die notwendigsten Bedingungen für eine Öffnung wie etwa das Vorhandensein von Wasser, erfüllt hatten. Aber am 08.06. waren die meisten Schulen dann doch genügend vorbereitet und die Schüler der Klassenstufen 7 und 12 durften wieder zu Schule gehen. Auch unsere 46 Peer Educators kehrten zu ihren Schulen zurück. Ich war besorgt, dass die Schuldirektoren wegen des vielen ausgefallenen Unterrichts sagen würden, sie könnten ihnen keine Stunden für ihre Lektionen über Werte und HIV-Prävention zur Verfügung stellen. So bat ich sie zu erkunden, ob ich einige Stunden über COVID-19 entwickeln solle, die sie dann den Schülern präsentieren könnten. Denn es ist eine Auflage des Erziehungsministeriums , dass alle Schüler fortlaufend über COVID-19 unterrichtet werden sollen. Die meisten Schuldirektoren begrüßten meinen Vorschlag und so haben wir in der ersten Juni-Woche für jede der drei Regionen (Mahikeng, Itsoseng und Lehuruthse) einen eintägigen Workshop abgehalten, bei dem ich den Peer Educators vier Stunden über COVID 19 präsentierte. Wir hatten nicht alle Peer Educators auf einmal zusammengerufen, um den Sicherheitsabstand von 1,5 m in unserer Halle zu gewährleisten. Vielen von ihnen fiel es schwer, den ganzen Tag ihre Maske zu tragen, aber ansonsten waren sie engagiert dabei. Mittlerweile haben die Peer Eduators an 24 Schulen begonnen, die COVID-19-Stunden in der siebten Klasse zu unterrichten. In den meisten Schulen mussten die Klassen in zwei oder drei Untereinheiten geteilt werden, da viele Klassen hier an die 50 Schüler haben und nun aber in jedem Klassenzimmer ein Abstand von 1,5 m zwischen den Schülern eingehalten werden muss. Inzwischen sind bereits in einer Schule in Itsoseng und in einer Schule im Dorf Mosweu COVID-19-Fälle aufgetreten und die Schulen wurden vorübergehend wieder geschlossen. Auch unsere Peer Educators müssen nun in Selbstisolation zu Hause bleiben...

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Tsibogang in Zeiten von Corona

Jun 6, 2020 in Amogelang

Tsibogang in Zeiten von Corona

„Eigentlich weiß ich schon viel über Tsibogang und die Arbeit mit den Kindern dort. Aber es ist bestimmt gut, einmal selbst mitzuerleben, wie die Gruppen sich dort treffen und die Kinder miteinander umgehen.“ So ungefähr war meine Erwartung, als ich Mitte März in Südafrika ankam. Wie recht ich damit hatte und dennoch meilenweit daneben lag, wurde mir dann innerhalb der nächsten Tage klar. In Deutschland auf einem nahezu leeren Flughafen gestartet, gab es bei der Landung in Johannesburg zwar zweimal eine Fieberkontrolle – ansonsten schien das Thema Corona hier aber noch relativ weit weg zu sein. Zusammen mit Thomas Schmidt aus der Communität Heidelberg habe ich die Communität in Mafikeng besucht und mich darauf gefreut, endlich einmal all die Dinge direkt zu erleben, von denen ich vorher gehört und gelesen hatte. Unerwartet für mich war, welche Schwierigkeiten sich ganz praktisch stellen: Schlechte Straßenverhältnisse verlangen einem Fahrer (und auch einer Fahrerin) volle Konzentration ab, um nicht in einem Schlagloch zu landen – und nicht immer lässt es sich ganz verhindern. Bauliche Mängel an Gebäuden wollen behoben werden, was gerade bei gemieteten Räumlichkeiten nicht ohne Zuständigkeitsprobleme abgeht. Aber all das verblasste sofort in den buchstäblich strahlenden Augen der Kinder! In der Selbsthilfe-Gruppe Amogelang treffen sich Kinder, die von HIV direkt oder indirekt betroffen sind. Mit welcher Fröhlichkeit und Ausgelassenheit hier der geschützte Raum genutzt wurde, hat mich schier umgehauen. Die Kombination aus stimmgewaltigem Gesang (ja, da waren auch ein paar individuelle Töne dabei), unbekümmertem Spiel, aufmerksamen Zuhören bei neuen Corona-Regeln und der gegenseitigen geistlichen Stärkung („Jesus liebt die Kinder, sie sollen zu ihm kommen – wir sind gemeint“) war absolut beeindruckend. Der Waschzuber, in dem sich zuvor alle die Hände waschen sollten, wurde ausgeschüttet und durch einen Messbecher als Wasserquelle ersetzt. Das war gar nicht demonstrativ geplant, aber es war ein beeindruckendes Bild, wie hier sofort altes Verhalten durch Neues ersetzt wurde. Dass 30 Minuten Händewaschen nicht ganz die korrekte Lösung für die neuen Hygieneregeln darstellt, konnte im Afterschool-Program geklärt werden. Einfache Missverständnisse, die aber auch geklärt werden müssen. Die Wertschätzung, die den Kindern hier entgegengebracht wird, ist aber leider nicht für alle eine selbstverständliche Erfahrung – allzuoft müssen sie in der Schule Anderes erleben. Und ohne dass ich so ganz genau beschreiben könnte, woran es liegt, habe ich doch das Gefühl, dass man den Kindern abspürt, dass das hier nicht nur verlängerter Schulunterricht ist, sondern ganz wesentlich zur Charakterbildung beiträgt. Hier sind sie mit Begeisterung bei der Sache. Die Schließung der Schulen und Kindergärten und damit die allgemeine Krisenlage kam dann doch nur kurz nach mir an und hatte weniger Begegnungen als geplant ermöglicht – die waren aber nachhaltig eindrücklich für mich. Vielen Dank! Ich gehöre zur Geschwisterschaft Koinonia und kenne die Communitätsgeschwister in Südafrika seit über 30 Jahren. Ich habe jetzt nicht einfach nur eine bessere Kenntnis der Arbeit von dem, was Christel und Wolfgang Hermann da leisten, erhalten (was meine Erwartung und Hoffnung war). Ich habe in Tsibogang einen neuen, unerwarteten aber verheißungsvollen Eindruck davon bekommen, wie Menschen die Liebe und Wertschätzung, die sie in Christus erfahren haben, weitergeben. Seit zwei Jahren bin ich beruflich IT-Fachmann und habe schnell einen organisatorisch-technischen Blick auf die Dinge. Danke, daß ich hier erleben durfte, wie stärkend lebendiges Miteinander ist und daß das wichtiger und prägender als technische Schwierigkeiten ist. Lauritz...

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Praktikumsbericht von Lea

Mrz 19, 2020 in Godisang

Praktikumsbericht von Lea

Hallo! Mein Name ist Lea Müller. Ich bin 18 Jahre alt und ich habe letztes Jahr mein Abitur gemacht und mich dann entschlossen, ein Praktikum in Südafrika zu machen, um meinen Horizont zu erweitern und zudem soll mir dieses Praktikum in meiner Entscheidung helfe, wie meine weitere Zukunft aussehen soll. Mein Praktikum dauert 3 Monate und die Hälfte meiner Zeit ist jetzt schon um. Die Zeit verging unglaublich schnell. Ich habe auch schon viele nette und aufgeschlossene Menschen kennenlernen dürfen, und ich bin sehr dankbar dafür, dass ich diese Reise machen kann. Bei meinem Praktikum helfe ich vormittags in dem Montessori Kindergarten in Rebaone und nachmittags in dem Afterschool Program mit, indem ich den Kindern bei ihren Hausaufgaben helfe. Die Arbeit mit den Kindern macht mir unheimlich viel Spaß und ich bin auch immer wieder erstaunt darüber, was die Kinder in dem jeweiligen Alter alles schon können. Ich hatte mich vor meiner Zeit in Südafrika noch nicht wirklich mit Montessori beschäftigt, aber durch die Zeit im Kindergarten merke ich, wie wichtig es ist und wie es den Kindern in ihrer Entwicklung und Selbständigkeit weiterhilft. Die Kinder werden dadurch gut auf die Schule vorbereitet. Zudem fordert man dadurch auch die Persönlichkeit, indem man ihnen die Chance gibt, selbständig Entscheidungen zu treffen und diese auch akzeptiert werden. Es fasziniert mich immer wieder, wie konzentriert und leise die Kinder an ihren Sachen arbeiten und sich nicht stören lassen. Auch wie schnell die Kinder lernen und dieses dann auch sofort umsetzen, erstaunt mich jedes Mal. Doch in der Afterschool läuft es leider nicht ganz so gut. Es ist ziemlich erschreckend, wie viele von den Kindern nicht richtig lesen, schreiben und rechnen können. Zu wissen, dass über die Hälfte der Kinder ihren Schulabschluss nicht machen werden, ist einfach nur traurig. Ihnen wird noch nicht mal die Chance gegeben, etwas aus ihrem Leben zu machen und ihren Träumen nachzugehen, da sie das grundlegende und eigentlich einfach Werkzeug dafür nicht in der Schule lernen. Viele der Kinder sind auch eingeschüchtert und streiten es oft ab, dass sie Hausaufgaben haben, aus Angst etwas falsch zu machen oder es nicht zu wissen. Sie sollten keine Angst davor haben, Neues zu lernen, sie sollten eigentlich Freude daran haben. Seit knapp 2 Wochen wurde das „Literacy Program“ in den Afterschools eingeführt, was schon ein sehr großer und bedeutender Schritt für die Entwicklung der Kinder ist, und ich hoffe sehr, dass sie dadurch lesen und schreiben lernen können und vor allem auch wieder ihr Selbstbewusstsein bekommen. Ich habe schon viele Eindrücke von diesem wunderschönen Land und von den lieben Menschen gesammelt und vieles gelernt. Ich freue mich jetzt sehr auf die weitere Zeit hier und bin gespannt, was ich alles noch lernen darf und wie sich mein Leben nach dieser Zeit verändert...

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Ein Blick zurück auf 2019

Dez 31, 2019 in Tshepanang

Ein Blick zurück auf 2019

Liebe Freundinnen und Freunde von Tsibogang, bei uns ist es nach einer Woche Regen nun endlich grün geworden, nachdem wir wochenlang jeden Tag sehnsüchtig nach Wolken Ausschau gehalten und einer unbeschreiblichen Hitze gelitten haben. Wir hatten nachts 23° C, tagsüber bis zu 40° C im Schatten. Die meisten Aktivitäten des Jahres sind abgeschlossen. Zur Zeit findet in einem Einkehrzentrum fuer Jugendlichen in der Nähe von Pretoria eine Freizeit für unserer Selbsthilfe-Gruppe der Kinder statt. Wolfgang Hermann ist zusammen mit vier Mitarbeiter*innen am Montag dorthin gefahren. Bis gestern sind sie buchstäblich mit Regen üeberschüttet worden. Wir sind dankbar, dass wir gut durch dieses Jahr gekommen sind dank eurer/Ihrer Spenden. Am 1. Dezember hatten wir unsere Jahresabschlussfeier, die mit dem World AIDS Day zusammenfiel. Wir gedachten all derer, die mit HIV/AIDS leben, die daran gestorben sind bzw. die Folgen dieser Krankheit tragen. Unsere Organisation ist seit 17 Jahren damit beschäftigt, Menschen zu begleiten, die von HIV/AIDS betroffen sind. Seit 2004 sind in Südafrika antiretrovirale Medikamente zugänglich. In den letzten drei Jahren hat sich viel verändert und verbessert bei der Ausgabe und Dosierung dieser Medikamente: So reicht es für die meisten, einmal am Tag eine Tablette zu nehmen, die drei Wirkstoffe enthält. In unserer Organisation haben wir Mitglieder, die seit 15 Jahren gut mit ihrer Krankheit leben, die auf sich achten und ein normales Leben führen. Wie jedes Jahr erzählte am 1. Dezember jemand, der mit HIV lebt, wie das geht und welche Herausfordrungen sich stellen. Diesmal war es Esther, die seit 15 Jahren weiß, dass sie HIV-positiv ist und schon lange die Medikamente nimmt. Viren sind bei ihr dank der Medikamente nicht mehr nachweisbar. Sie hat geheiratet und dankte allen in Tsibogang, die ihr geholfen haben, diese Krankheit anzunehmen. Kinder führten verschiedene Theaterstücke auf. Die Kinder gehören zu den in diesem Jahr neu etablierten After School Centers in New Bethel sowie zu unserer Selbsthilfe-Gruppe fuer Kinder mit HIV „A Re Tshamekeng Bana“. Die Theaterstücke nahmen diskriminierenden Verhaltensweisen gegen Menschen, die mit HIV leben, sowie die Gewalt gegen Frauen und Kinder in unserer Gesellschaft aufs Korn.  Mit einer Slide-Show ließen wir die Ereignisse dieses Jahres noch einmal an uns vorüberziehen. Wolfgang Hermann gab einen Überblick, wo wir in Südafrika hinsichtlich der 90- 90-90-Strategie stehen. 90-90-90 bezieht sich auf die Ziele, die die WHO im Hinblick auf HIV erreichen will. 90 % von denen, die mit HIV leben, wissen, dass sie infiziert sind. Das erste Ziel der 90-90-90 Strategie ist in Südafrika also erreicht. Schlechter sieht es bei dem zweiten Ziel aus: Nur 68 % all derer, die wissen, dass sie mit HIV leben, haben mit der Einnahme der virushemmenden Medikamente (Antiretroviral Treatment,ART) begonnen – also deutlich weniger als die angestrebten 90 %. Besonders Männer weichen diesem entscheidenden Schritt aus und gefährden so ihr eigenes Leben und das Leben anderer. Auch bei dem dritten Ziel erreicht Südafrika die anvisierten 90 % nicht: So ist nur bei 54% aller, die mit HIV leben, das Virus unter die Nachweisgrenze abgesunken, was durch die sehr regelmäßige Einnahme der virushemmenden Medikamente erreicht wird. So sind wir also von dem Erreichen des dreifachen 90%-Ziels, das für 2020 anvisiert war, in Südafrika noch relativ weit entfernt, und es bleibt auch für Tsibogang da im nächsten Jahr viel zu tun. Die Hauptrede hielt am 1. Dezember Thandiwe Kabi vom Aurum...

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