Neues von Tsibogang im Interview mit Khumo Nyembe

Wie wir in unsrem letzten Tsibogang Blog ausführlich dargestellt haben, mussten wir die im letzten Jahr neu angestellte Finanzmanagerin entlassen. Mit Gottes Hilfe konnten wir im Fe­bruar eine Nachfolgerin anstellen, die ihren ersten Monat hinter sich hat. In dem folgenden Interview befragt Christel Hermann sie nach ihren ersten Erfahrungen und Eindrücken:

Christel Hermann (CH): Vielen Dank Khumo, dass du dich bereit erklärt hast, dieses Inter­view mit mir zu führen.

Du hast kürzlich in Tsibogang als Finanzmanagerin angefangen: welche Erfahrungen hast du bisher gemacht?

Khumo Nyembe (KN): Tsibogang Christian Action ist eine Organisation, die Menschen in den Dörfern und verschiedenen Institutionen (Kitas, Hausaufgabenhilfe, Schulen) befähigt, ihr Leben anzupacken. Z. B. Schulkinder: zu Hause und in der Schule lernen sie, Eltern und die Lehrerschaft zu respektieren. Es wird ihnen nahegelegt, gehorsam zu sein, die Regeln ein­zuhalten. Im Tshepanang-Unterricht geht es um andere Dinge: ihren Selbstwert. Sie sind wertvoll, weil Gott sie ansieht. Das hilft ihnen, selbstbewusst Entscheidungen zu treffen. Das ist eine wichtige Ergänzung zu dem, was sie sonst lernen. So viele Kinder können nicht lesen: die Programme in den „Afterschools“ helfen ihnen, etwas zu lernen, was sie für ihr Leben brau­chen.

CH: Du hast vorher in der Stadtverwaltung gearbeitet und hast darin viel Erfahrung: was ist anders in einer Nicht-Regierungs-Organisation (NGO)?

KN: Wenn man bei der Stadtverwaltung arbeitet, geht es in erster Linie darum, dass Men­schen z.B. Wasser oder Müllabfuhr haben. Das war unsere Aufgabe. Das Geld dafür kam von oben, darum brauchten wir uns nicht zu kümmern.

Eine NGO wie Tsibogang lebt von den Geberorganisationen. Sie muss ständig mit ihnen in Kontakt sein und das Geld gut verwalten. Viele der Mitarbeiter:innen profitieren von der Arbeit der Or­ganisation und sind damit auch an vielen Stellen die Lösung für Probleme in den Dörfern. Gott ist ein Gott der Armen, der Witwen und Waisen; wenn wir uns für sie einsetzen, sind wir Boten Gottes. Das empfinde ich als großes Privileg.

CH: Welche Herausforderungen hast du bisher erfahren?

KN: Bisher habe ich noch keine großen Probleme gehabt, die Zeit war zu kurz. Aber ich habe gelernt umzudenken: statt meine Klienten zu bedienen (wie in der Stadtverwaltung) geht es für mich darum, dass die Mitarbeiter:innen rechtzeitig ihr Geld bekommen. Ich muss sehen, dass das Budget angepasst wird, und dass neue Gelder kommen.

CH: Was motiviert dich, dich einzusetzen für Menschen, die benachteiligt sind?

KN: Die Liebe zu den Menschen ist die Kraft, die mich antreibt, weil Gott die Waisen und Witwen liebt; die, die angewiesen sind auf Hilfe. Ich bin stolz, dass ich Teil von einer Organi­sation bin, die sich für andere einsetzt. Wir können ihr Leben verbessern, das ist moti­vierend.

CH: Hast du Ideen und Vorschläge, wie wir unsere Arbeit in Tsibogang verbessern können?

KN: Ich bin erst einen Monat dabei; was mir in Zukunft helfen wird, die Dienste zu verbes­sern wäre, wenn ich an der Basis Kontakt hätte; z.B. in die Kitas zu gehen, in die Hausaufga­ben-Programme, in die Schulen. Als ich die Mitarbeiter:innen letzte Woche kennengelernt habe, dachte ich: Sind sie sich bewusst, wie wichtig ihre Arbeit und ihr Einsatz ist? Ich würde sie gern dann und wann daran erinnern.

CH: Vielen Dank für dieses Interview, Khumo.

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