Welt-AIDS-Tag 2014

Wie in den Jahren zuvor versammelten sich auch in in diesem Jahr am 06.12.2014 – wenige Tage nach dem World AIDS Day – die Mitglieder der Tsibogang Christian Action Group, um sich in den weltweiten Kampf gegen die AIDS-Pandemie einzuzeichnen. Beim traditionellen Candle Lighting entzündeten Paballo Loving füer Tshepanang, Gaolatlheope Mokoena für Tlamelang und Kelebogile Kortjas fuer Amogelang die Kerze der Hoffnung. Wir gedachten aller, die an AIDS gestorben sind, insbesondere unseres Mitglieds Adam Kgomongwe, den wir vor wenigen Wochen beerdigt haben.

Paballo Loving, Gaolatleope Mokoena und Kelebogile Kortjas beim Candle Lighting
Paballo Loving, Gaolatleope Mokoena und Kelebogile Kortjas beim Candle Lighting

In seiner Rede zeichnete Dr. Wolfgang Hermann die lokale Situation in Südafrika und Tsibogang in den globalen Kontext ein. Dabei bezog er sich auf die Ziele, die das gemeinsame Programm der Vereinten Nationen zu HIV und AIDS, kurz UNAIDS, bei der World AIDS Conference in Melbourne ausgerufen hatte: „Wenn wir weltweit bis 2020 90-90-90 ereicht haben, wird 2030 die AIDS-Pandemie vorüber sein“.

Die erste 90 bedeutet: 90% aller, die mit HIV leben, sind getestet worden und wissen daher um ihren Status. Momentan schätzen wir, dass weniger als die Hälfte aller HIV-Positiven in Südafrika ihren Status kennen. So boten wir heute in einem Raum neben der Versammlungshalle kostenfreies HIV- Schnelltesting an, wovon viele Mitglieder Gebrauch machten. Für uns als Tsibogang-Mitglieder ist diese erste 90 durchaus ereichbar, für ganz Südafrika bis 2020 vielleicht.

Die zweite 90 steht für: 90% aller, die als HIV-positiv diagnostiziert wurden, beginnen eine Behandlung mit virushemmenden Medkamente (ART, antiretroviral treatment). Von den etwa 6.4 Millionen HIV-Positiven in Südafrika nehmen derzeit 2.2 Millionen ART. Das wichtigste Argument, auch die anderen 4,2 Millionen unverzüglich von einer entsprechenden Therapie zu überzeugen, besteht darin, dass sie damit bedeutend weniger ansteckend für andere werden, weil die Zahl der Viren in ihrem Blut drastisch abnimmt. Aber die grosse Mehrheit dieser 4,2 Millionen ist noch im Anfangsstadium der Krankheit, fühlt sich also völlig gesund und leistungfähig. Ist es realistisch zu glauben, dass sie ür 5-7 Jahre täglich Medikamente nehmen, ohne sich je krank gefuehlt zu haben? Die Mehrheit der Ärzte bei der HIV Clinicians Conference in Cape Town im September 2014 bezweifelte das massiv und schlug vor, erstmal die jetzt gültige Regelung vollständig umzusetzen, dass alle HIV-Positiven eine ART erhalten sollen, bei denen die Anzahl der T-Helfer-Zellen im Blut (CD4 Count) unter 350/ml liegt. Das ist auch unsere Richtlinie in Tsibogang für alle Patienten und Mitglieder, die wir betreuen.

Die dritte 90 bezieht sich auf: 90% aller, die mit ART angefangen haben, nehmen diese Medikamente täglich weiter bis an ihr Lebensende. Dass wir in Tsibogang noch kein Jahr erlebt haben, in dem wir nicht mindestens eines unserer Mitglieder begraben haben, weil er/sie die virushemmenden Medikamente nicht oder nicht mehr nahm, zeigt die Größee der Herausforderung. Dabei werden unsere Mitglieder mit der Botschaft, die Medikamente regelmäßig einzunehmen, geradezu bombardiert. Wie sieht es dann wohl erst in der „normalen“ Bevölkerung aus? Bei der heutigen Veranstaltung gab uns Itsholeng Moepi ein leuchtendes Beispiel, dass Therapietreue (treatment adherence) möglich ist: Seit zehn Jahren nimmt sie ART ununterbrochen! Es muss ein Wunder passieren, damit sich dieses Beispiel wie ein Flächenbrand ausbreiten kann!

 

Welt-AIDS-Tag 2014