Neues aus den Kindergärten
Jane und Sannah üben mit dem Mathematik-Material
Jane und Sannah üben mit dem Mathematik-Material

Am letzten Tag dieses Monats will ich Euch/Ihnen etwas über die Arbeit in den beiden Kindergärten berichten. Das Heulkonzert Anfang des Jahres, als in Reboane Kiga 52 neue Kinder und in Godisang 26 neue Kinder anfingen, ist mir noch grausig in den Ohren. Inzwischen sind diese Kinder ganz und gar dabei, manchmal merken sie gar nicht, dass ihre Mütter vor dem Tor stehen und sie abholen wollen.

Für die Erzieherinnen und mich ist allerdings der größte Schritt noch nicht getan. Wir sind immer noch dabei, ihnen zu zeigen, wie man ein Tablett trägt, wie man seinen Stuhl unter den Tisch schiebt und dass wir drinnen langsam und leise gehen. Draußen dagegen ist Toben erlaubt und erwünscht.

Die fünf Erzieherinnen haben inzwischen bis auf das letzte Modul ( Kultur, Geographie, Botanik ) die grundlegenden Kenntnisse und sind fleißig am Üben. Sie haben ihre schriftlichen Arbeiten in den vier Modulen pünktlich abgegeben und bereiten sich auf ihre Examina Anfang August vor. Wir merken jeden Tag bei der Arbeit mit den Kindern, dass die Montessori-Pädagogik viel von den Erzieherinnen verlangt. Ein kleines Beispiel: Minutiöse Ordnung ist wichtig, damit die Kinder das Material wieder dahin stellen, wo es hingehört. Wenn wir als Erzieherinnen nicht darauf achten, keine Ordnung einhalten, können die Kinder keine Ordnung lernen.

Händewaschen gehört zu den Lieblingsbeschäftigungen der Kinder.
Händewaschen gehört zu den Lieblingsbeschäftigungen der Kinder.

Besonders interessant ist es, die Kleinsten zu beobachten: Sie sind die Ersten, die die Ordnung im Kindergarten verinnerlichen und merken, wenn etwas nicht richtig ist. Jeden Tag sehen wir, wie die Zweijährigen die älteren Kinder darauf aufmerksam machen, dass sie vergessen haben, ihre Matte zurückzubringen oder den Stuhl unter den Tisch zu schieben.

Das Kind tut, was du tust, nicht was du ihm sagst“ (M. Montessori) Das Entscheidende ist, was die Erzieherinnen tun, nicht das, was sie sagen. Das ist absolut das Gegenteil von dem , was täglich in den Familien geschieht und was man hier gemeinhin unter Erziehung versteht. Wir schwimmen gegen den Strom mit der Montessori-Pädagogik, aber wir sehen an den Kindern, wie sie aufblühen. Viele der Kinder sprechen wenig bis gar nicht, weil zu Hause niemand mit ihnen richtig spricht; die Mütter haben keine Zeit, die Grossmütter sind überfordert.

Es hat inzwischen so viel geregnet, dass es sogar Schnecken im Garten gibt.
Es hat inzwischen so viel geregnet, dass es sogar Schnecken im Garten gibt.

Nun noch ein paar Schlaglichter von Südafrika allgemein: Seit Dezember, genauer gesagt seit Weihnachten haben wir fast täglich Regen, und zwar mehr als genug. In diesem Monat hat es mehr geregnet als im ganzen Jahr 2016(!!!): 550 mm genau gesagt. So grün, wie es jetzt ist, habe ich Südafrika noch nie erlebt (ich bin in diesem Jahr 30 Jahre im Land).

Wir zittern etwas den nächsten Monaten entgegen, unsere Finanzen in Tsibogang nähern sich dem Nullpunkt, und wir hoffen und beten, dass wir neue SpenderINNEN finden, die besonders das Tshepanang Projekt (das sind die Jugendlichen, die in den Schulen unterrichten) finanzieren können. Bitte denkt/denken Sie an uns diesbezüglich. Danke für alle Unterstützung und Gebete, die uns sehr helfen.

Christel Hermann

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