Schlaglichter von Tsibogang

In den letzten Wochen haben uns verschiedene Ereignisse beschäftigt. So kam etwa die Bestätigung, dass die Südafrikanische Lotterie Tsibogang wieder mit einem großen Beitrag unterstützen wird. Das war eine Gebetserhörung, die vielen das Herz erleichtert hat, besonders unserem Coordinator, Dr. Wolfgang Hermann.

montessoriEnde März,  in der letzten Ferienwoche nach dem ersten Schulquartal, fand das erste Modul des Montessori-Kurses statt. Es sind 10 Teilnehmerinnen, davon sieben von Tsibogang. Alle von ihnen sind sich dessen bewusst, welch großer Schritt das ist: Sie dürfen studieren und haben ein Stipendium dafür von der US Botschaft bekommen. Das erste Modul soll die Grundlagen der Montessori-Pädagogik legen: Es geht darum, wie Montessori das Lernen und die Entwicklung von Kindern sieht und welche Folgen das für die Erwachsenen hat, die mit den Kindern umgehen. Wir haben heiße Debatten darüber, wie man mit Kindern umgehen soll, die sich nicht an die Regeln im Kiga halten. Die Dozentin aus Kapstadt sagt: “Es gibt keine ungezogenen Kinder nach der Montessori-Pädagogik, nur Kinder, deren Bedürfnisse noch nicht erkannt worden sind.“ Sie ermutigt uns, darüber nachzudenken, welche Kinder in unseren Kigas wir als “frech, ungezogen“ abstempeln und wie wir deren Bedürfnisse herausfinden können.

Jede nimmt sich vor, was sie ändern will, wenn sie nach den Ferien in den Kindergarten zurückkommt. Das Gute daran ist, dass wir uns gegenseitig beobachten und sehen können, was aus den Vorsätzen wird. Wir versprechen uns gegenseitig, uns daran zu erinnern. Jane z.B. nimmt sich vor, leiser mit den Kindern zu sprechen. Ich erlebe es mehrmals, dass eine Kollegin ihr auf die Schulter tippt, um sie an ihr Versprechen zu erinnern.

grace
Grace Leburu (+ April 2016)

In der ersten und zweiten Aprilwoche mussten wir uns von zwei Mitgliedern verabschieden, die plötzlich gestorben sind. Florence Jonjolo, eine der ersten Hauskrankenpflegerinnen unserer Organisation, auch eine der ältesten, verstarb am 4.4.16 im Krankenhaus in Mafikeng. Sie hatte Asthma. Die zweite ist Grace Leburu, auch ein langjähriges Mitglied, zuerst als Peer Educator und später als Hauskrankenpflegerin. Sie verstarb am 12.4.16. Bei den großen Beerdigungen merkt man, wie angesehen der Dienst der beiden in ihren Dörfern war.

galaAm letzten Samstag fand dann ein lang geplantes Galadinner statt, das sich einige Mitglieder von Tsibogang als fundraising event überlegt hatten. Jede/r musste R 200 bezahlen und konnte einen Gast mitbringen. Es gab ein festliches Essen, ein paar Musikeinlagen, eine Rede von einem ‚motivational speaker“, der uns daran erinnerte, was wir einmal erreichen wollten. Noch wissen wir nicht genau, wieviel das Galadinner wirklich eingebracht hat, aber es ist bemerkenswert, dass sich die Mitglieder von Tsibogang etwas einfallen lassen, wie Geld in die Kasse kommen kann.

Christel Lorato Hermann

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