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30 Jahre Welt-AIDS-Tag

30 Jahre Welt-AIDS-Tag

Jetzt ist die Zeit in Südafrika, wo sich die Kerzen biegen und man jeden Tag sehnsüchtig nach Regenwolken Ausschau hält. Schon wieder ist ein Jahr vergangen mit vielen Eindrücken und viel Arbeit und in Tsibogang mit großen Einschnitten.

Am 1. Dezember haben wir die 30 Jahre Welt-AIDS -Tag gewürdigt und sind als Organisation zusammengekommen. Diesmal waren sehr viele Kinder dabei. Wir haben in diesem Jahr etliche Kindergruppen im Zuge unserer neuen Partnerschaft mit “Soul City” gegründet. Es wurde viel gesungen, es gab gum boots dance (das ist eine Tradition, die aus den Goldminen kommt – Männer tanzen mit Gummistiefeln!!!), ein Drama wurde aufgeführt von der Kinder-Selbsthilfegruppe. Bewegend waren die persönlichen Geschichten von einzelnen, die erzählten, wie sie ihren HIV Status annehmen konnten, sich dadurch ihre Gesundheit sich verbessert hat und ihre Lebensqualität gestiegen ist.

Ein Höhepunkt des Tages war eine Darstellung, wie Tsibogang im Licht des nationalen Gesundheitsplans darsteht. Wolfgang Hermann zeigte an einigen Zielen dieses strategischen Plans auf, dass unsere Arbeit in Tshepanang (das ist das Projekt der jugendlichen Arbeitslosen, die in den Schulen unterrichten) damit gut übereinstimmt. Ein Ziel des nationalen Gesundheitsplans ist es, die Neuinfektionen in Südafrika deutlich zu reduzieren, und zwar durch Informationskampagnen an Schulen. In 2018 haben unsere 52 Peer Educators an 29 Schulen 5946 Schüler und Schülerinnen erreicht.

„Was hat eine Mathetest mit HIV-Prävention zu tun?“ Das fragte Dr. Wolfgang Hermann in seinem Vortrag die Tsibogangmitglieder. Schnell und prompt kam die Antwort von einem Jugendlichen: „Wenn man gut in Mathe ist, hat man Selbstbewusstsein und braucht sich nicht unter Druck setzen zu lassen von Gleichaltrigen.“

In unserer Hausaufgaben-Hilfe wurden sowohl ein Mathematik-Test als auch ein HIV Test geschrieben. 121 Kinder, die 10 Jahre und älter sind, haben den Test geschrieben. Der Durchschnitt war 64 %, das beste Ergebnis in den letzten drei Jahren. Beim Mathetest verbesserten sich die 226 Kinder um 69,9 %. Das ist ein guter Ansporn für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Wir gehen auf das neue Jahr mit Hoffnung und ein wenig Bangen zu. Werden wir alle Programme weiterführen können? Wird genug Geld da sein, nachdem US-AIDS  bzw. die Südafrikanische Bischofskonferenz ausgestiegen ist? Wir haben uns gefreut über Spendenzusagen von etlichen Freunden und Freundinnen, Gemeinden und unseren Familienangehörigen für das kommende Jahr. Wir sind dankbar für alle Spenden, die wir bekommen haben. Die Menschen, den wir dienen, wissen, dass darin auch Gottes Güte und Großzügigkeit zum Ausdruck kommen.

Die Losung von 2018 „Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers“ und die Losung von 2019 „Suche Frieden und jage ihm nach!“ spannen einen schönen Bogen für die kommende Zeit. Wir wünschen allen Leserinnen und Lesern eine gesegnete Advents-und Weihnachtszeit und Gottes Segen für das Neue Jahr.

Christel & Wolfgang Hermann