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Workshop der Peer Educators

Workshop der Peer Educators

Von 03. bis 07. Oktober 2018 versammelten sich 46 Peer Educators unserer Aktionsgruppe Tshepanang in der schönen Guest Farm Kaya Inkalamo, die zwischen Mahikeng und Zeerust gelegen ist, zu ihrem alljährlichen Workshop. Die angeregten Gespräche, Vorträge und Unterrichtseinheiten kreisten um drei große Themen:

Das war zunächst die geistliche Frage, warum Gott unser Gebet um neue Geldgeber für das Tshepanang Projekt bisher nicht beantwortet hat. Der Hauptgeldgeber für dieses Projekt war in den vergangenen zehn Jahren die Else Kroener Fresenius Stiftung, die uns mitgeteilt hat, dass sie uns im nächsten Jahr nicht weiter unterstützen kann. Die Antwort, die die Peer Educators in vielen Gesprächen, Bibelarbeiten und einem Gottesdienst auf diese Frage fanden, lässt sich vielleicht so zusammenfassen: Gott will uns prüfen und sehen, ob wir auch für deutlich weniger Geld unserem Auftrag treu bleiben, die Kinder und Jugendliche über das, was wertvoll ist im Leben und über Wege der HIV Prävention zu unterrichten.
Er will sehen, ob das, was wir „predigen“ und was wir tun, übereinstimmt. Den Peer Educators wurde bewusst, dass sie sich darauf einstellen müssen, im nächsten Jahr nur noch für das Unterrichten an einer Schule eine Aufwandsentschädigung zu erhalten, wodurch ihr Einkommen um 700 Rand- etwa 44 Euro- (was ein Drittel des Gesamteinkommens ist) zurückgeht. Dennoch haben sich etliche bereit erklärt, unentgeltlich an einer zweiten Schule zu unterrichten.

Zwei Peer Educators, deren Schulen besonders gut abgeschnitten haben, erhalten von Wolfgang Hermann ein Geschenk.

Das zweite große Thema war eine Auswertung der KAB (Knowledge- Attitudes and Behavior)-Studie, die wir im August in den Schulen, wo unsere Peer Eduators unterrichtet haben, durchgeführt haben. Die Tests über die Wissensfragen zu HIV haben insgesamt 4387 Schüler der Klassenstufen 6-10 in allen 29 Schulen geschrieben. Das Durchschnittsergebnis aller Schulen lag bei 78%, was eine Verbesserung um 11% gegenüber dem Vorjahr bedeutet. Der anonyme Fragebogen zu den Einstellungen zu HIV und zum Sexualverhalten wurde von 2118 Schülern aus 15 Schulen ausgefüllt. In den anderen Schulen hatten die Schulleitungen die Studie wegen der Brisanz der Fragen nicht gestattet.

Das für uns erstaunlichste Ergebnis der Studie war, dass obwohl nur 15% der Schuler angaben, jemals sexuell aktiv gewesen zu sein, 48% Kondome als ihre bevorzugte Präventionsmethode für HIV Infektionen angaben. 39% gaben Abstinenz an und 13% „Be Faithful“. Bei der Altersgruppe 10-13 Jahre optierten 52% für Abstinenz, 10.4% für „Be Faithful“ und 37.6% für Kondome. Dieses Ergebnis zeigt, dass Abstinenz unter den Jugendlichen in Südafrika nicht populär ist. Selbst wenn sie abstinent sind, schämen sie sich, das zuzugeben. Dieser Trend ist bei Jungen, bei denen insgesamt nur 28.8 % Abstinenz als bevorzugte Präventionsmethode angaben, ausgeprägter als bei Mädchen, von denen 49 % für Abstinenz optierten. Wir haben auf dieses Ergebnis reagiert, in dem wir bei diesem Workshop unsere Präventionslektionen revidiert haben. Es bleibt eine Herausforderung, Abstinenz unter den Jugendlichen populärer zu machen.

Neben der Revision der Lektionen zur Prävention war das dritte große Thema dieses Workshops, die Peer Educators mit neun neuen Unterrichtseinheiten , die sich mit Werten beschäftigen, bekanntzumachen. Grundlage dieser Eineheiten sind Geschichten aus einem neuen Buch von „Heartlines“ (eine christliche NGO, die Filme und Bücher über Werte herausgibt) mit dem Titel „Stories that talk II“. Einige dieser Lektionen wurden ihnen von den Mentoren vorgeführt, andere mussten sie sich in Gruppen selbst erarbeiten.
In einer der Lektionen geht es um Fremdenfeindlichkeit, was auch in Südafrika ein heißes Thema ist.

Bei der abschließenden Evaluierung äußerten sich die meisten Teilnehmer hochzufrieden mit diesem Workshop.

Wolfgang Hermann