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Beratungsworkshop für Hauspflegende

Beratungsworkshop für Hauspflegende

2016 begann für Tsibogang mit dem sogenannten Counseling Workshop, der Anfang Januar im St. Joseph Retreat Center, Mahikeng stattfand. An dem Workshop nahmen 34 HauspflegerInnen teil. Zwei Mitglieder von Tlamelang halfen bei der Vorbereitung der Mahlzeiten für die TeilnehmerInnen, was eine Menge Geld sparte. Günstig für unser Budget war auch, dass diejenigen, die in der Nähe wohnten, nicht im Retreat Center übernachten, sondern jeden Tag von zu Hause zum Workshop kamen.

2Die Arbeit unserer HauspflegerInnen ist anstrengend und kann auslaugen, weil sie viele unlösbare Probleme sehen und sich deshalb oft hilflos fühlen. Deshalb ist der Counseling Workshop eine Möglichkeit der Unterstützung und auch Ermutigung , die ich als ein wichtigen Weg sehe, um unser Projekt aufrecht zu erhalten und um die Arbeit unserer HauspflegerInnen zu fördern. Ich denke, viele von ihnen hätten schon längst aufgegeben, wenn sie nicht diese Art von Unterstützung gehabt hätten.

An vier Tagen lasen wir ein Buch von einem methodistischen Pfarrer, das den Titel hat „Freundschaft mit Gott“. Er lädt darin ein, das eigene Gottesbild zu hinterfragen und sich von der Einladung Gottes anstecken zu lassen: Gott will unser Freund sein. Das haben wir in diesen Tagen auch gründlich reflektiert. Jeden Tag gab es Zeit, persönlich darüber nachzudenken und auch mit einem jeweils anderen darüber ins Gespräch zu kommen. Am Ende des Workshops haben mehrere diese Zeiten gelobt: allein zu sein mit Gott und miteinander sich austauschen, was einen im Herzen bewegt.

1Aber es gab auch „leichtere“ Themen wie einen Vortag von einer Diätassistentin, die über gesunde und ausgewogene Ernährung gesprochen hat. Das Land Südafrika ist an 4. Stelle in der Welt bezüglich Übergewichtigkeit, das spricht für sich. Viele waren überrascht, wie wenig Essen man wirklich braucht. Zwei Nachmittage waren mit Fussmassage und Pediküre dem Wellness gewidmet. Aber es gab auch Handarbeit, wir lernten, kleine Körbe zu flechten und einige machten Makramee. Das war kreativ und entspannend zugleich.

Traurig war, dass wir am 3. Tag eine Trauerfeier hatten, in der wir an eine unserer langjährigen Kolleginnen gedacht haben (Matshidisho Koolebogile). Sie war am 4. 1.im Krankenhaus gestorben; zwei Wochen lang hat sie auf einer Intensivstation gelegen und musste künstlich beatmet werden. Die Familie von Matshidisho Koolebogile, Freunde und andere KollegenInnen kamen zu dieser Feier.

Am Nachmittag erzählten zwei Mitarbeiter von ihren Erfahrungen mit der Selbshilfegruppe der Kinder (A Re Tshamekeng Bana= Lasst uns spielen, Kinder). Da viele unsrer MitarbeiterInnen täglich mit Kindern zu tun haben, die direkt von HIV betroffen sind, war es gut, ein paar Anregungen zu bekommen, wie sie mit den Kindern umgehen können.

Obwohl diese Woche eine der heißesten Woche in Südafrika war (an zwei Tagen hatten wir über 40° C!), endete dieser Workshop mit neuer Energie und wir fühlten uns leichter als wir gekommen waren. Wir sind froh, dass unsere SpenderInnen den Workshop ermöglicht haben.

Christel Lorato Hermann