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Welt-AIDS-Tag 2015

Welt-AIDS-Tag 2015

dez1Am 5. Dezember feierten wir den Welt AIDS Tag in Tsibogang. Das war eine gute Gelegenheit, alle Mitglieder von Tsibogang zu treffen und Rückblick zu halten auf das vergangene Jahr. Die Amogelang Selbsthilfe-Gruppe hatte den Tag gut vorbereitet. Kleidervorschrift war: Rot (> Welt AIDS Tag), Weiss oder Schwarz, und man sollte sich schick anziehen. Das war auch dann zu sehen. Auffällig war bei dieser Feier, wieviele Kinder da waren. Die Selbsthilfe-Gruppe für Kinder war maßgeblich an der Vorbereitung beteiligt. Sie machten eine Tanzaufführung, ein kleines Anspiel und begleiteten die RednerInnen zum Podium – in style.

Was ist eine Feier in Südafrika ohne Reden? Es gab beeindruckende Einlagen von drei Mitgliedern von Tsibogang, die ihre Geschichte erzählten, dass sie HIV positiv sind. Sannah war aufgeregt, als sie von zwei Kindern nach vorn zum Podium begleitet wurde. Sie erzählte, wieviel Überwindung es sie gekostet hat, in eine Beratung zu gehen. Und wie lange es gedauert hatte, bis sie öffentlich – so wie heute – sagen konnte: „Ich bin auch HIV positiv, und ich habe meinen Status angenommen.“ Bonolo ist erst kürzlich getestet worden. Sie hatte es irgendwie geahnt, dass es so sein könnte und war zur Klinik gegangen. Die Schwester, die sie getestet hatte, war aufgeregter als sie. Sie konnte es akzeptieren, dass sie nun mit einer Krankheit leben muss, die ihr Leben massiv beeinflusst. Aber als dann ihre zweijährige Tochter- ein Bündel von Energie und Lebensfreude – getestet wurde und sie auch HIV positiv war, konnte sie nicht mehr. Das war zu viel. Die Selbsthilfe-Gruppe Amogelang ( „Nehmt euch gegenseitig an“) hilft ihr auf diesem Weg; sie braucht Leute, die ihr immer wieder Zuspruch geben. Bonolo betonte, wie sie durch Gebet und Bibellesen gestärkt wurde.

Itsholeng erzählte ihre Geschichte unter der Überschrift, wie wichtig es sei, die Medikamente regelmäßig zu nehmen. Seit 11 Jahren ist Itsholeng HIV-positiv und hat inzwischen drei Töchter, die HIV-negativ sind. Sie hat in diesen Jahren schon viele kritische Krankheiten gehabt, aber sie hat nicht aufgegeben; und das verdankt sie unter anderem auch Tsibogang und der Unterstützung von MitstreiterInnen, besonders in Amogelang. Ihr letzter Satz war: „Ich will noch lange leben“.

Dr Hermann als Hauptredner des Tages rief ein sechsjähriges Mädchen nach vorn und erkärte die Ziele von UNAIDS, die u.a. vorsehen: Wenn 90 % der Menschen, die HIV-positiv sind, sich testen lassen und 90% von ihnen antivirale Medikamente nehmen und 90 % sie auch regelmäßig einnehmen, ist es möglich in 2030, wenn dieses Mädchen 21 Jahre alt wird, dass Südafrika frei von neuen HIV-Infektionen sein kann. Diese Berechnung zeigt, wie stark das Verhalten der Menschen den Verlauf dieser Krankheit beeinflussen kann.

Wie jedes Jahr gab es auch die Möglichkeit, sich testen zu lassen. Und es gab gutes Essen und viele schöne Begegnungen. Wir sind dankbar für dieses Jahr, dass wir unsere Arbeit nicht verkleinern mussten. Wir sind Gott dankbar für alle großzügigen Spenden und für alle Gebete und alles Interesse an der Arbeit von Tsibogang.

Christel Lorato Hermann