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Hilfe beim Lesen und Schreiben

Hilfe beim Lesen und Schreiben

Am 15. Februar, nachdem der Präsident Anfang Februar einen gemäßigten Lockdown ankündigt hatte, haben die Schulen und damit auch unsere Hausaufgabenhilfe-Programme wieder aufgemacht. Auch die Kindergärten sind wieder geöffnet. Das war möglich, weil die Corona-Infektionszahlen stetig abnahmen, auch wenn schon jetzt gemunkelt wird, dass die dritte Welle im Anrollen ist. Kaum war die Ankündigung des Präsidenten durchgesickert, haben wir die Gelegenheit beim Schopf ergriffen und unseren Workshop, der ursprünglich Mitte Januar stattfinden sollte, ins Rollen gebracht. Wir wollten unbedingt, dass möglichst viele unserer Mitarbeiter:innen für dieses Jahr zugerüstet sind, Kindern mit Lese- und Schreibschwierigkeiten zu helfen.

So fuhren wir am mit 22 Menschen nach Magaliesburg, der erste Ausflug nach langer Zeit für fast alle von uns. Wir hatten sehr viel Regen und es war so grün wie lange nicht. Das Programm war eine Mischung aus Lernen, wie man Kindern, die nicht lesen können, Brücken bauen kann, ausgehend von der gesprochenen Sprache. Viele Kinder haben kein Bewusstsein ihrer gesprochene Sprache, da müssen wir nachhelfen, indem wir ihnen das Alphabet zeigen im Zusammenhang mit Bildern. Das Alphabetfries im Tswana hat 25 Buchstaben, die alle mit den Kindern geläufigen Bilder/Wörtern versehen sind. Diese werden nach und nach eingeführt, bis die Kinder alle lesen und sie auch schreiben können.Wir mussten nun in Kleingruppen üben, das Schritt für Schritt in Unterrichtseinheiten zu praktizieren.

Das zweite große Thema war COVID-19. Wolfgang Hermann hatte schon im letzten Jahr ein paar Stunden dazu entwickelt, die für die mittleren Klassen der Grundschulen geeignet sind. Es stellte sich dann aber heraus, dass unsere Freiwillligen große Probleme damit hatten. Die Konzepte war zu schwierig und zu abstrakt. Ein Höhepunkt des Workshops war dann die Bergbesteigung am dritten Tag, die einiges an Kräften abverlangte.

Inzwischen sind alle dabei, die Kinder in den Nachmittagsprogrammen auf ihr Lesen und Schreiben zu testen, damit wir wissen, welche Kinder Hilfe brauchen. Man merkt schon jetzt, dass es eine große Anstrengung wird. Es gibt Kinder, die in der 4.,5. und 6. Klasse sind und nicht lesen können. Wir haben uns vorgenommen, dass Ende des Jahres alle diese Kinder lesen und schreiben können. Werden wir das schaffen?

Christel und Wolfgang Hermann