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Praktikumsbericht von Lea

Praktikumsbericht von Lea

Hallo! Mein Name ist Lea Müller. Ich bin 18 Jahre alt und ich habe letztes Jahr mein Abitur gemacht und mich dann entschlossen, ein Praktikum in Südafrika zu machen, um meinen Horizont zu erweitern und zudem soll mir dieses Praktikum in meiner Entscheidung helfe, wie meine weitere Zukunft aussehen soll.

Mein Praktikum dauert 3 Monate und die Hälfte meiner Zeit ist jetzt schon um. Die Zeit verging unglaublich schnell. Ich habe auch schon viele nette und aufgeschlossene Menschen kennenlernen dürfen, und ich bin sehr dankbar dafür, dass ich diese Reise machen kann. Bei meinem Praktikum helfe ich vormittags in dem Montessori Kindergarten in Rebaone und nachmittags in dem Afterschool Program mit, indem ich den Kindern bei ihren Hausaufgaben helfe. Die Arbeit mit den Kindern macht mir unheimlich viel Spaß und ich bin auch immer wieder erstaunt darüber, was die Kinder in dem jeweiligen Alter alles schon können.

Ich hatte mich vor meiner Zeit in Südafrika noch nicht wirklich mit Montessori beschäftigt, aber durch die Zeit im Kindergarten merke ich, wie wichtig es ist und wie es den Kindern in ihrer Entwicklung und Selbständigkeit weiterhilft. Die Kinder werden dadurch gut auf die Schule vorbereitet. Zudem fordert man dadurch auch die Persönlichkeit, indem man ihnen die Chance gibt, selbständig Entscheidungen zu treffen und diese auch akzeptiert werden. Es fasziniert mich immer wieder, wie konzentriert und leise die Kinder an ihren Sachen arbeiten und sich nicht stören lassen. Auch wie schnell die Kinder lernen und dieses dann auch sofort umsetzen, erstaunt mich jedes Mal.

Doch in der Afterschool läuft es leider nicht ganz so gut. Es ist ziemlich erschreckend, wie viele von den Kindern nicht richtig lesen, schreiben und rechnen können. Zu wissen, dass über die Hälfte der Kinder ihren Schulabschluss nicht machen werden, ist einfach nur traurig. Ihnen wird noch nicht mal die Chance gegeben, etwas aus ihrem Leben zu machen und ihren Träumen nachzugehen, da sie das grundlegende und eigentlich einfach Werkzeug dafür nicht in der Schule lernen. Viele der Kinder sind auch eingeschüchtert und streiten es oft ab, dass sie Hausaufgaben haben, aus Angst etwas falsch zu machen oder es nicht zu wissen. Sie sollten keine Angst davor haben, Neues zu lernen, sie sollten eigentlich Freude daran haben. Seit knapp 2 Wochen wurde das „Literacy Program“ in den Afterschools eingeführt, was schon ein sehr großer und bedeutender Schritt für die Entwicklung der Kinder ist, und ich hoffe sehr, dass sie dadurch lesen und schreiben lernen können und vor allem auch wieder ihr Selbstbewusstsein bekommen.

Ich habe schon viele Eindrücke von diesem wunderschönen Land und von den lieben Menschen gesammelt und vieles gelernt. Ich freue mich jetzt sehr auf die weitere Zeit hier und bin gespannt, was ich alles noch lernen darf und wie sich mein Leben nach dieser Zeit verändert hat.