Trainingsworkshop für Tshepanang

Wer lehren will, muss selbst auch lernen – das gilt auch für unsere „Peer Educators“, die Themen rund um die Prävention von HIV/AIDS in Schulen unterrichten. Deshalb fand Ende September wieder der jährliche Trainingsworkshop von Tshepanang statt. Bereits zum 14. Mal hatten neue und alte Teilnehmer die Gelegenheit, sich neu entwickelte Einheiten für die 6. und 7. Klassenstufe anzueignen. Dieses Mal trafen wir uns in der Guestfarm bei Rooiground außerhalb von Mafikeng. 

Den meisten der neuen Unterrichtseinheiten liegt eine Geschichte zugrunde, durch die den Kindern die Bedeutung von Werten wie Hoffnung, Ausdauer, Verantwortlichkeit und Vergebungsbereitschaft vor Augen geführt werden. In anderen Einheiten geht es aktuelle Probleme: die häufigen Beziehungen von jungen Mädchen zu älteren Männern („Sugar Daddies“) und die hohe Zahl von Teenagerschwangerschaften in unseren Schulen.

Die Teilnehmer hatten viel Freude während der Workshops und bei der abendlichen Feier.
Wir haben uns besonders gefreut, neben 35 erfahrenen Teilnehmern auch 10 neue „Peer Educators“ begrüßen zu können. Einen Höhepunkt des Workshops bildete eine Feier für BoikhutsoChoeu und David Sizane. Die beiden arbeiten seit vielen Jahren als Mentoren bei Tshepanang und unterstützen besonders Peer Educators mit wenig Erfahrung. Mit finanzieller Hilfe von Tsibogang haben Boikhutso und David einen Abschluss in „Adult Basic Education and Training“ (ABET) erworben – dafür haben sie von uns symbolisch einen Doktorhut bekommen. Das Zertifikat eröffnet ihnen die Möglichkeit, Lehrer an einer ABET-Schule zu werden. In ABET-Schulen werden Jugendliche unterrichtet, die zuvor die normale Schule abgebrochen hatten und nun die Chance erhalten, das Matric (das etwa dem Abitur entspricht) nachzumachen (ähnlich wie eine Abendschule in Deutschland). 
Zwei unserer Mentoren haben sich als Lehrer qualifiziert: Boikhutso Choeu (zweite von rechts) und
David Sizane (zweite von links).
Wolfgang Hermann
Trainingsworkshop für Tshepanang