Gewaltfrei kommunizieren in einer gewalttätigen Gesellschaft

Am 20.-22.03. 2014 versammelten sich 42 Peer Educators von der Aktionsgruppe Tshepanang auf der Guestfarm bei Mafkeng zu ihrem traditionellen Workshop. Thematisch ging es diesmal hauptsächlich um das Thema „Gewaltfreie Kommuikation“ nach dem berühmten Buch von Marshall Rosenberg.
Die Gesellschaft in Südafrika wird oft als gewalttätig bezeichnet. Gewalttätige Ausschreitungen bei Protestmärschen in den Townships und bei Streiks gehören hier ebenso zur Tagesordnung wie tätliche Auseinandersetzungen in Familen und Beziehungen. Auch in den Schulen hat die Gewalt erschreckend zugenommen.
Den Peer Educators stand sehr deutlich vor Augen, dass vor einer physischen Attacke in den allermeisten Fällen eine missglückte Kommunikation steht. Sie nahmen daher die Grundbausteine einer gewaltfreien Kommuikation mit grossen Interesse auf: Beobachten ohne zu bewerten, Gefühle wahrnehmen und ausdrücken und Verantwortung für unsere Gefühle übernehmen.
In den praktischen Sprachübungen in kleinen Gruppen bemerkten wir, wie sehr wir gewohnt sind, in Generalisierungen zu sprechen, die immer auch eine gewisse Bewertung enthalten. Ebenso wurde uns bewusst, wie oft wir die Verantwortung für unsere Gefühle nur den anderen zuschieben und nicht merken, dass sie auch etwas mit unseren Bedürfnissen zu tun haben.
Es war schön, dass wir auch bei diesem Workshop ein Fest feiern konnten. Feierlich wurden den sieben neuen Mitgliedern ihre Tshepanang Golfshirts übergestreift und die Peer Educators, die bei Unterrichtsbesuchen am besten abgeschnitten hatten, wurden mit Preisen bedacht. Der Höhepunkt aber war die Würdigung von Thelma Monageng, die als viertes Mitglied unserer Organisation ein Diplom in Adult Education and Training erwoben hatte. Unter Tränen sagte sie in ihrer Dankesrede: „Dass etwas aus mir geworden ist, verdanke ich nur Tshepanang. Nie werde ich aufhören, mich für Tshepanang einzusetzen!“ 
 
Gewaltfrei kommunizieren in einer gewalttätigen Gesellschaft